Der Spezialchemiekonzern Evonik justiert seine globale Wachstumsstrategie neu und richtet den Blick verstärkt nach Fernost. Während in Deutschland ein hartes Sparprogramm läuft, investiert das Unternehmen gezielt in den chinesischen Kosmetikmarkt. Dieser Spagat zwischen lokaler Kostenkontrolle und asiatischer Expansion soll die schwächelnde Profitabilität langfristig wiederbeleben.
Lokale Innovationen für den Milliardenmarkt
Ab morgen präsentiert sich das Essener Unternehmen auf der Branchenmesse PCHi in Hangzhou. Der Fokus liegt dabei auf biotechnologischen Lösungen, die speziell für asiatische Konsumenten entwickelt wurden. Ein Beispiel dafür ist ein neuer, aus Reiskleie gewonnener Emulgator, der exakt auf die Eigenschaften chinesischer Haut abgestimmt ist.
Um diese lokale Ausrichtung weiter zu vertiefen, plant der Konzern noch im laufenden Jahr die Eröffnung eines eigenen Innovationszentrums in Shanghai. Die Anlage soll die Entwicklung kosmetischer Lösungen beschleunigen und den direkten Kundenzugang in Asien verbessern. Gleichzeitig wurden Randaktivitäten, wie das Betain-Geschäft in Indonesien, abgestoßen und Zukäufe bis 2027 eingefroren, um Kapital für dieses Kernprojekt freizumachen.
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Sparen an der Heimatfront
Die offensive Asienstrategie steht in starkem Kontrast zu den Maßnahmen in Europa. Das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ sieht den Abbau von bis zu 2.000 Stellen vor, um Hierarchien abzuflachen und Kosten zu senken. Zudem hat der Konzern seine Infrastruktur-Einheiten an Rhein und Ruhr in die eigenständige Gesellschaft SYNEQT ausgelagert. Das Ziel dieser Umstrukturierung ist eine stärkere Fokussierung auf die reine Chemieproduktion.
Dass strategische Impulse dringend nötig sind, zeigt ein Blick auf die jüngste Kursentwicklung. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier einen deutlichen Rückgang von über 34 Prozent und notiert aktuell bei 14,33 Euro.
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Margendruck bleibt bestehen
Finanziell bewegt sich das Unternehmen weiterhin in einem anspruchsvollen Umfeld. Zwar erreichte das bereinigte EBITDA im vergangenen Jahr mit 1,87 Milliarden Euro exakt die Prognose. Allerdings sank die Kapitalrendite (ROCE) von 7,1 auf 6,1 Prozent ab. Damit rückt das mittelfristige Unternehmensziel von 11 Prozent in weite Ferne.
Für 2026 rechnet das Management mit einem operativen Ergebnis zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Diese ungewöhnlich breite Spanne von 300 Millionen Euro verdeutlicht die aktuelle Unberechenbarkeit der makroökonomischen Rahmenbedingungen.
Die kommenden Monate erfordern nun eine strikte Umsetzung der formulierten Doppelstrategie. Das Erreichen der anvisierten Kapitalrendite von 11 Prozent ist direkt an den Erfolg der margenstarken Kosmetik-Produkte im chinesischen Markt geknüpft. Parallel dazu müssen die Kostensenkungen in Europa die erwarteten finanziellen Entlastungen liefern, um das operative Ergebnis im prognostizierten Korridor abzusichern.
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