Evonik Aktie: Erholung mit Fragezeichen

Evoniks Aktie erreicht ein 6-Monats-Hoch, doch die Rally basiert auf sektoralen Umschichtungen. Das Unternehmen startet ein umfangreiches Sparprogramm und kündigt eine reduzierte Dividende an.

Evonik Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie nach Rally von rund zwölf Prozent ausgebremst
  • US-Zölle treffen Branche, Evonik sieht sich gut positioniert
  • Sparprogramm soll 400 Millionen Euro jährlich einbringen
  • Dividende für 2025 auf 1,00 Euro je Aktie gesenkt

Die Rally der vergangenen Wochen war beeindruckend: Seit Ende März legte die Evonik-Aktie rund zwölf Prozent zu und markierte dabei ein neues 6-Monats-Hoch. Zum Auftakt in den April bremsen nun Gewinnmitnahmen im gesamten Chemiesektor den Schwung.

Der Kursanstieg hat dabei weniger mit einer fundamentalen Trendwende zu tun als mit einer sektoralen Umschichtung. Nach Turbulenzen bei hochbewerteten Tech-Aktien rotierten Investoren in historisch günstig bewertete Substanzwerte — Chemieaktien profitierten davon überproportional.

Zölle: Schutz und Risiko zugleich

Die neu angekündigten US-Zölle treffen die exportorientierte Industrie hart. Evonik-Chef Christian Kullmann sieht sein Unternehmen jedoch vergleichsweise gut aufgestellt: Rund 80 Prozent der in den USA verkauften Produkte werden auch dort hergestellt. Mehr noch — die Zölle könnten chinesische Wettbewerber im US-Markt schwächen und Evonik damit Spielraum verschaffen.

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Allerdings sind die indirekten Folgen spürbar. Die gesamte Branche berichtet von starker Kundenzurückhaltung, ausgelöst durch globale Handelskonflikte und die wechselhafte Zollpolitik aus Washington. Interims-Finanzchef Claus Rettig bezifferte eine Rückforderung auf einen „kleineren zweistelligen Millionenbetrag“ — kein existenzielles Problem, aber ein Zeichen des angespannten Umfelds.

Sparkurs und Dividendenkürzung

Konzernstrategisch läuft das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ auf Hochtouren. Bis Ende 2026 sollen jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro realisiert werden — überwiegend durch den Abbau von bis zu 2.000 Stellen weltweit, davon etwa 1.500 in Deutschland.

Auf der Hauptversammlung am 3. Juni steht auch die Dividende zur Entscheidung. Für das Geschäftsjahr 2025 sollen Aktionäre 1,00 Euro je Aktie erhalten — nach 1,17 Euro im Vorjahr. Ab 2026 plant Evonik, zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses auszuschütten. Beim bereinigten EBITDA peilt das Management für 2026 einen Korridor von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro an, was in etwa der Analystenerwartung von 1,8 Milliarden Euro entspricht. Die Q1-Zahlen werden zeigen, ob der operative Aufschwung mit der Kursentwicklung Schritt hält.

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