Die britische Investmentbank Barclays hat ihre Zurückhaltung gegenüber dem Spezialchemiekonzern Evonik aufgegeben. Eine Hochstufung auf „Overweight“ mit einem neuen Kursziel von 17 Euro signalisiert veränderte Vorzeichen für das Essener Unternehmen. Verantwortlich für den plötzlichen Optimismus der Analysten ist ausgerechnet ein Marktsegment, das lange als größter Unsicherheitsfaktor galt.
Margen-Boost durch Methionin
Der globale Markt für das Futtereiweiß Methionin ordnet sich derzeit neu. Versorgungsengpässe im Zuge geopolitischer Spannungen haben die asiatische Produktion verknappt. Zwar musste auch Evonik für seine Anlage in Singapur teilweise höhere Gewalt anmelden, doch die asiatischen Wettbewerber trifft es härter. Globale Abnehmer weichen zunehmend auf europäische und US-amerikanische Kapazitäten aus.
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Dies beschert Evonik nicht nur höhere Volumenströme, sondern auch eine deutliche Preissetzungsmacht. Das Unternehmen reagierte zügig auf die Verknappung und setzte eine sofortige Preiserhöhung von zehn Prozent für sein Produkt MetAMINO durch. Barclays kalkuliert durch die aktuellen Spotpreise mit einem positiven Effekt von rund 450 Millionen Euro auf das operative Ergebnis im März. Entsprechend hoben die Analysten ihre EBITDA-Schätzung für das Jahr 2026 auf 1,89 Milliarden Euro an.
Zusätzlich profitiert der Konzern von einer vorausschauenden Beschaffungsstrategie. Rund 80 Prozent des Energiebedarfs sind durch Vorabverträge preislich fixiert. In einem Umfeld volatiler Gasmärkte sichert diese Absicherungsquote einen strukturellen Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz.
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Gegenwind bei den Personalkosten
Trotz des operativen Rückenwinds bleiben interne Baustellen bestehen. Das laufende Transformationsprogramm sieht weltweite Einsparungen von 400 Millionen Euro vor, maßgeblich getrieben durch den Abbau von rund 2.000 Stellen. Dieser strikte Sparkurs kollidiert direkt mit den anstehenden Chemie-Tarifverhandlungen, die am 24. und 25. März in die dritte Runde gehen. Nach zwei ergebnislosen Runden könnten hohe Lohnabschlüsse die geplanten Einspareffekte des Managements spürbar verwässern.
An der Börse wird die verbesserte fundamentale Ausgangslage noch mit Vorsicht gehandelt. Mit einem Freitagsschlusskurs von 13,91 Euro notiert das Papier weiterhin unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 14,93 Euro. Ob die neu gewonnene Preismacht im Methionin-Geschäft ausreicht, um diesen charttechnischen Widerstand nachhaltig zu durchbrechen, wird sich maßgeblich an den Ergebnissen der Tarifgespräche Ende März entscheiden.
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