Nach einem Kursgewinn von rund zwölf Prozent seit Ende März trifft Evonik zum Wochenauftakt auf Gegenwind. US-Zölle und Gewinnmitnahmen stoppen den Schwung — ausgerechnet auf einem neuen Sechs-Monats-Hoch.
Der Anstieg der vergangenen Wochen hatte weniger mit einer fundamentalen Trendwende zu tun als mit sektoraler Rotation. Als hochbewertete Tech-Werte unter Druck gerieten, schichteten Investoren in günstig bewertete Substanzaktien um. Chemiewerte profitierten überproportional — Evonik eingeschlossen.
Kullmanns Kalkül mit den Zöllen
Die neu angekündigten US-Zölle treffen exportorientierte Industrien hart. Evonik-Chef Christian Kullmann sieht seinen Konzern jedoch vergleichsweise gut positioniert: Rund 80 Prozent der in den USA verkauften Produkte entstehen auch dort. Mehr noch — die Handelsbeschränkungen könnten chinesische Wettbewerber im US-Markt schwächen und Evonik Spielraum verschaffen.
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Kullmann nennt die US-Handelspolitik dennoch „desaströs“. Die globale Konjunktur zeige bereits tiefe Schleifspuren, Kunden hielten Bestellungen und Investitionen zurück. Ein relativer Vorteil gegenüber asiatischen Konkurrenten ändert nichts an der gedämpften Gesamtnachfrage.
Methionin, Energie und der Konzernumbau
Zwei operative Faktoren stützen die aktuelle Analysteneinschätzung. Versorgungsengpässe im Methionin-Markt setzen asiatische Produzenten unter Druck — globale Abnehmer weichen auf nicht-asiatische Quellen aus, Preise steigen bereits in China und Europa. Zudem hat Evonik rund 80 Prozent seines Energiebedarfs über Vorabverträge abgesichert, deutlich mehr als der Branchendurchschnitt.
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Intern läuft der Umbau. Das Programm „Evonik Tailor Made“ zielt auf jährliche Einsparungen von 400 Millionen Euro bis Ende 2026, größtenteils durch den Abbau von bis zu 2.000 Stellen weltweit. Bis 2027 stehen keine Übernahmen auf der Agenda — stattdessen Schuldenabbau und der Verkauf der Einheiten Syneqt und Oxeno. Beim bereinigten EBITDA peilt das Management für 2026 einen Korridor von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro an, was in etwa der Analystenerwartung von 1,8 Milliarden Euro entspricht.
Dividende und offener CFO-Posten
Auf der Hauptversammlung am 3. Juni steht neben der Dividende auch ein Personalthema auf der Agenda: Der CFO-Posten ist seit September 2025 vakant. Aktionäre sollen für 2025 eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie erhalten — nach 1,17 Euro im Vorjahr. Ab 2026 gilt eine flexible Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses.
Die Quartalsmitteilung für Q1 am 8. Mai liefert den nächsten belastbaren Test. Dann zeigt sich, ob Nachfrage, Kosten und Umbaufortschritt die unterstellte Ergebnisqualität operativ bestätigen — oder ob das Zollumfeld stärker auf die Zahlen drückt als bislang eingepreist.
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