EZB hält Leitzins – doch die Unsicherheit wächst

Die Europäische Zentralbank hält die Zinsen stabil und hebt ihre Wachstums- und Inflationsprognosen an. Die Unsicherheit über die künftige Geldpolitik bleibt jedoch hoch.

EZB Aktie
Kurz & knapp:
  • EZB belässt Leitzinsen unverändert
  • Wachstums- und Inflationsprognosen angehoben
  • Erwartungen an Zinssenkungen deutlich gedämpft
  • Hohe Unsicherheit durch US-Geldpolitik

Die Europäische Zentralbank hat am 18. Dezember 2024 ihre Leitzinsen unverändert gelassen und gleichzeitig ihre makroökonomischen Prognosen angehoben. Die Notenbanker rechnen nun sowohl mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum als auch mit einer höheren Inflation in den kommenden Jahren. Die erwartete Belebung soll dabei vor allem von der Inlandsnachfrage getrieben werden, während die Inflation ihr Zwei-Prozent-Ziel allenfalls geringfügig unterschreiten dürfte.

Dämpfer für Zinssenkungsfantasien

Mit dieser Kommunikation hat die EZB einen klaren Strich durch die Rechnung vieler Marktteilnehmer gemacht. Die zuvor vorherrschenden Erwartungen über weitere Zinssenkungen wurden spürbar gedämpft. Gleichzeitig vermied es die Notenbank aber auch, Spekulationen über mittelfristig anstehende Zinserhöhungen zu befeuern. Stattdessen signalisierte sie grundsätzliche Handlungsbereitschaft in beide Richtungen – ein klassisches „Wait and See“.

Die Analysten der DekaBank interpretieren diese Haltung als klares Zeichen: Solange keine größeren makroökonomischen Schocks eintreten, dürften die Leitzinsen bis auf weiteres stabil bleiben. Die Hürden für tatsächliche Zinsschritte liegen im Rahmen des datenabhängigen Ansatzes der EZB hoch. Auch die Geldmarkt-Futures sollten nur begrenzten Spielraum haben, künftige Erhöhungen oder Senkungen einzupreisen.

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Wie groß ist die Unsicherheit wirklich?

Doch wie sicher ist dieser Ausblick? Die Notenbanker selbst verweisen auf die nach wie vor hohe Unsicherheit im aktuellen Umfeld. Während die EZB vorerst auf Kurs bleibt, sorgt die Uneinigkeit bei der US-Notenbank Fed für zusätzliche Fragezeichen. Die Entwicklung der US-Zinsen bleibt schwer einzuschätzen und könnte auch die Zinslage in Europa beeinflussen.

Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob europäische Anleihen unter diesen Vorzeichen weiterhin attraktiv bleiben. Die stabilen Leitzinsen bei gleichzeitig verbessertem Wachstumsausblick könnten grundsätzlich ein unterstützendes Umfeld schaffen. Doch die Unwägbarkeiten sind nicht von der Hand zu weisen – insbesondere mit Blick über den Atlantik.

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