Nach dem Sprung auf ein Mehrjahreshoch verlässt viele Anleger der Mut. Die Facc-Aktie rutscht am Montag um 1,11 Prozent ins Minus. In nur sieben Tagen verlor das Papier über neun Prozent an Wert. Investoren ziehen nach der monatelangen Rallye nun Gewinne ab.

Die Aktie notiert aktuell bei 17,82 Euro. Damit riss sie die kurzfristige Unterstützung der 20-Tage-Linie. Marktbeobachter werten dies als Signal für eine technische Verschnaufpause. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 19,70 Euro vergrößert sich damit spürbar.

Dennoch bleibt die Bilanz des Jahres beeindruckend. Seit Januar legte der Kurs um über 54 Prozent zu. Der langfristige Aufwärtstrend steht vorerst nicht zur Debatte. Die 200-Tage-Linie verläuft weit unter dem aktuellen Kursniveau bei 12,83 Euro.

Starke Partnerschaft mit Embraer

Während der Kurs korrigiert, liefert das operative Geschäft positive Signale. Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer zeichnete Facc erneut als Top-Zulieferer aus. Nur zehn Unternehmen weltweit erhielten diesen Status. Das unterstreicht die Qualität der österreichischen Lieferkette.

Parallel dazu festigten neue Aufträge für Kabinen-Ausstattungen die Allianz. Embraer ist der weltweit drittgrößte Flugzeughersteller. Die Kooperation sichert die Auslastung der kommenden Jahre ab. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns beläuft sich auf rund sechs Milliarden US-Dollar.

Gewinn verdoppelt

Das Unternehmen profitierte im ersten Quartal von höheren Produktionsraten bei Airbus und Boeing. Der Umsatz stieg um fast zwölf Prozent auf 258,2 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) verdoppelte sich sogar auf 9,7 Millionen Euro. Ein internes Effizienzprogramm dämpft derweil die hohen Materialkosten.

Auch die finanzielle Basis wird stabiler. Der operative Cashflow erreichte zuletzt einen Wert von fast 81 Millionen Euro. Analysten der Erste Group empfehlen das Papier weiterhin zum Kauf. Sie setzen auf die Marktführung bei Leichtbau-Komponenten für treibstoffeffiziente Flugzeuge.

Anleger blicken zudem auf die Dividende. Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte Facc erstmals seit Jahren wieder eine Ausschüttung. Hält das Wachstum an, könnte die Dividende im nächsten Jahr weiter steigen.

Im August veröffentlicht Facc die detaillierten Zahlen für das zweite Quartal. Bis dahin dürfte die Aktie versuchen, eine neue Basis zu finden. Eine Unterstützung bietet die 50-Tage-Linie bei 16,51 Euro. Wegen der Volatilität von über 47 Prozent bleibt die Lage jedoch kurzfristig nervös.