Für amerikanische Hauskäufer zeichnet sich eine spürbare Entspannung ab. Die US-Wohnungsbaubehörde FHFA hat kürzlich strenge Versicherungsvorgaben für Hypotheken gekippt, die von Fannie Mae und Freddie Mac besichert werden. Gleichzeitig senken die hauseigenen Analysten des Finanzierers ihre Prognosen für die zukünftige Zinsentwicklung.

Teure Versicherungspflicht fällt

Bislang mussten Eigenheimbesitzer mit staatlich besicherten Krediten eine teure Neuwertversicherung für das gesamte Gebäude nachweisen. Diese erst im Februar 2024 eingeführte Regelung wird nun aufgeweicht. Künftig reicht für das Dach eine Zeitwertversicherung aus, die den Wertverlust der Bausubstanz anrechnet. Der Rest des Hauses muss weiterhin zum Neuwert versichert bleiben.

Die Behörde reagiert mit diesem Schritt auf die stark gestiegenen Nebenkosten. Im ersten Halbjahr 2025 kletterten die durchschnittlichen Versicherungsprämien für finanzierte Einfamilienhäuser um über elf Prozent auf knapp 2.370 US-Dollar. Branchenverbände wie die Mortgage Bankers Association begrüßen die Anpassung. Sie gehen davon aus, dass die flexibleren Regeln die Finanzierungskosten für zehntausende Immobilien spürbar senken werden.

Sinkende Zinsen erwartet

Parallel zu den regulatorischen Erleichterungen blickt die Forschungsabteilung von Fannie Mae optimistischer auf die Zinsentwicklung. Die Experten gehen in ihrer März-Prognose davon aus, dass der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festhypotheken nach dem ersten Quartal unter die Marke von sechs Prozent fällt. Bis zum vierten Quartal des laufenden Jahres rechnen sie mit einem stufenweisen Rückgang auf 5,7 Prozent. Für 2027 wird eine Spanne zwischen 5,6 und 5,7 Prozent erwartet.

Verantwortlich für diese Anpassung ist eine schwächere makroökonomische Einschätzung. Die Analysten prognostizieren für die kommenden Quartale ein langsameres Wirtschaftswachstum. Diese abkühlende Konjunktur dämpft in der Regel die Renditen am Anleihemarkt und drückt somit auch die Hypothekenzinsen nach unten.

Bauwirtschaft bleibt unter Druck

Günstigere Kredite allein lösen allerdings nicht das Grundproblem des US-Immobilienmarktes. Für die ersten drei Quartale 2026 erwartet Fannie Mae einen Rückgang der Baubeginne bei Einfamilienhäusern um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erst für Ende 2026 und das Jahr 2027 rechnen die Analysten wieder mit einer anziehenden Bautätigkeit. Niedrigere Zinsen treffen somit vorerst auf ein verknapptes Angebot, was den Preisdruck bei Wohnimmobilien in den kommenden Monaten weiter hoch halten dürfte.