Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit 2023 wieder angehoben. Der Zinskorridor steigt um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Währungshüter reagieren damit auf den anhaltenden Preisdruck und stellen für das laufende Jahr mindestens einen weiteren Zinsschritt in Aussicht.

Die Entscheidung im geldpolitischen Ausschuss fiel einstimmig. Notenbankchef Kevin Warsh trat Befürchtungen entgegen, der Markt habe die Fed zu diesem Schritt gedrängt. Steigende Renditen an den Anleihemärkten spiegeln aus Sicht der Fed vor allem die robuste US-Wirtschaft wider. Hohe Investitionen von Technologiekonzernen und veränderte globale Rahmenbedingungen verstärken den Wettbewerb um Kapital.

Dollar legt zu, Banken verteuern Kredite

An den Devisenmärkten sorgte der Zinsentscheid für deutliche Bewegung. Der US-Dollar kletterte gegenüber den wichtigsten Währungen auf ein Sieben-Wochen-Hoch. Der Dollar-Index notierte bei 100,33 Punkten.

US-Finanzinstitute gaben die höheren Finanzierungskosten umgehend an ihre Kunden weiter. Große Häuser wie JPMorgan, Citigroup und Bank of America hoben ihren Referenzzins für Kredite, die Prime Lending Rate, am Mittwoch von 6,75 auf 7,00 Prozent an. Das verteuert Kredite für Verbraucher und Unternehmen unmittelbar.

Trotz der Aussicht auf höhere Zinserträge gerieten die Aktien der US-Großbanken an der Wall Street unter Abgabedruck. Am Markt wächst die Sorge, dass eine längere Phase hoher Kreditkosten die Nachfrage nach Finanzierungen dämpfen könnte.

Zinsmärkte preisen zügig Folgeschritte ein

An den Terminmärkten stellen sich die Marktteilnehmer bereits auf eine zügige Fortsetzung der Zinswende ein. Für eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende liegt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit bei rund 90 Prozent. Analysten von Goldman Sachs halten einen Folgeschritt bereits auf der kommenden Notenbanksitzung im Oktober für wahrscheinlich.