Die US-Notenbank Federal Reserve hält ihren Leitzins in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Entscheidung fiel am Mittwoch mit zehn zu zwei Stimmen. Am Donnerstag richtet sich der Blick auf die Europäische Zentralbank, von der Ökonomen eine Beibehaltung des Einlagenzinses bei 2,5 Prozent erwarten.
Fed-Chef Kevin Warsh nutzte die Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid für eine unerwartete Ankündigung zur künftigen Arbeitsweise. Künftig soll nicht mehr auf jeder regulären Zusammenkunft über das Zinsniveau abgestimmt werden.
Fed plant feste Pausen bei Zinsbeschlüssen
Zwar behält die US-Notenbank ihren Rhythmus von acht Treffen im Jahr bei. Allerdings soll es im Jahr 2027 eine planmäßige Sitzung ohne Zinsabstimmung geben. Für 2028 sind bereits zwei solche Termine vorgesehen.
Warsh bekräftigte zudem seine prinzipielle Ablehnung verlässlicher Zinssignale im Voraus. Den Zustand der US-Wirtschaft schätzte die Notenbank offiziell stärker ein als zuvor und stufte die Aktivität von solide auf stark herauf. Die Teuerung bleibe jedoch erhöht.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verharrte nach der Zinspause auf einem hohen Niveau oberhalb von fünf Prozent.
Zinsschritt zum Jahresende bleibt auf dem Tisch
Für die letzte Zinsentscheidung des laufenden Jahres im Dezember bleibt eine weitere Straffung der Geldpolitik wahrscheinlich. Warsh verwies auf die Verantwortung der Notenbank, die Teuerung einzudämmen. Die Inflation liegt inzwischen seit knapp sechs Jahren über der Zielmarke von zwei Prozent.
Innerhalb des Führungskreises der Fed befürwortet eine deutliche Mehrheit ein resolutes Vorgehen gegen die Inflation. Insgesamt 16 von 18 Mitgliedern signalisierten Bereitschaft für mindestens eine weitere Anhebung. Vier davon können sich sogar stärkere Zinsschritte vorstellen.
Am Terminmarkt wird die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung um 25 Basispunkte im Dezember aktuell auf 78 Prozent taxiert. Vor dem jüngsten Zinsentscheid hatte dieser Wert noch bei rund 84 Prozent gelegen. Ob die Fed ihren Kurs im Dezember tatsächlich anzieht, dürfte vor allem vom Verlauf der kommenden Preisdaten abhängen.


