Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihre Zinsen wie erwartet nicht angetastet, signalisiert aber keineswegs Entspannung. Der Zielkorridor für die Fed Funds Rate bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Der scheinbare Stillstand täuscht, denn an den Märkten gilt die Pause als Zwischenschritt: Die Inflation bleibt erhöht, und im Notenbankgremium formiert sich bereits offener Widerstand gegen ein dauerhaftes Verharren.

Uneinigkeit bei der Abstimmung

Im Gegensatz zum Vormonat fiel die Entscheidung nicht einstimmig aus. Fed-Gouverneurin Lisa Cook und die Präsidentin der Cleveland-Fed, Beth Hammack, stimmten gegen den Beschluss. Beide Notenbankerinnen plädierten stattdessen für eine sofortige Anhebung um einen weiteren Viertelprozentpunkt.

In ihrer begleitenden Erklärung betonte die Notenbank, dass sie zusätzliche Daten abwarten wolle, um den geldpolitischen Kurs festzulegen. Das oberste Ziel bleibe eine Rückkehr der Teuerungsrate zum Zielwert von zwei Prozent. Neue Informationen sollen zeigen, ob die bisherigen Straffungen ausreichen, um die anhaltend hohe Inflation rechtzeitig einzufangen.

Zurückhaltung an den US-Märkten

Die US-Börsen reagierten am Mittwoch mit verhaltener Erleichterung auf den Zinsentscheid. Der Leitindex Dow Jones stieg um 0,2 Prozent auf 52.475,10 Punkte. Parallel dazu legte der S&P 500 um 0,3 Prozent auf 7.743,98 Zähler zu, während der technologielastige Nasdaq ebenfalls 0,3 Prozent gewann.

Während Halbleiter- und Biotechnologietitel zulegten, gerieten zinssensible Segmente unter Druck. Vor allem Immobilienaktien, Versorger und der Transportsektor mussten spürbare Abgaben hinnehmen.

Der Gegenwind für zinsempfindliche Branchen spiegelte sich zeitgleich am Rentenmarkt wider. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe kletterte um 3,1 Basispunkte auf 5,024 Prozent.

Die nächste reguläre Zinssitzung der Fed findet am 8. und 9. Dezember 2026 statt. Das FedWatch-Tool der CME Group beziffert die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte bei diesem Treffen derzeit auf 85,0 Prozent.