Fed pausiert bei den Zinsen trotz Gegenstimmen

Steigende Anleiherenditen stützen die Zinspause, während zwei Ausschussmitglieder für eine Erhöhung um 25 Basispunkte votierten.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Leitzins bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent
  • Abstimmung endet mit zehn zu zwei Stimmen
  • Cook und Hammack votieren für Zinserhöhung
  • Protokolle signalisieren möglichen Zinsschritt bis Jahresende

Die US-Notenbank hält ihren Leitzins in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent stabil. Grund für das Stillhalten sind vor allem stark gestiegene Renditen am Anleihemarkt, die Kredite verteuern und der Notenbank die Arbeit vorerst abnehmen. Eine einhellige Entscheidung war das am Mittwoch allerdings nicht: Zwei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses stimmten bereits für einen Zinsschritt nach oben.

Gouverneurin Lisa Cook und Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack plädierten für eine Anhebung um 25 Basispunkte. Das Votum endete mit 10 zu 2 Stimmen für die Pause. Erst im September hatte die Notenbank ihren Leitzins um einen Viertelpunkt erhöht, was die erste Straffung seit Juli 2023 markierte.

Der Preisdruck in den Vereinigten Staaten nimmt derweil spürbar zu. Die Verbraucherpreise stiegen im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent, während die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei 2,6 Prozent lag. Beide Raten zogen gegenüber dem Vormonat an.

Hohe Energiekosten treiben die Teuerung

Haupttreiber der Entwicklung bleiben die Energiemärkte. Der Nahostkonflikt sorgt für anhaltende Verwerfungen im globalen Ölangebot. Gestiegene Benzinpreise machten mehr als die Hälfte des gesamten monatlichen Anstiegs der US-Verbraucherpreise im September aus.

Auch die von der Notenbank bevorzugte Messgröße, der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben, liegt über dem Ziel. Im August kletterte dieser Wert im Jahresvergleich um 3,4 Prozent, während die Kernrate 3,0 Prozent erreichte. Fed-Chef Kevin Warsh verwies bereits im Vormonat darauf, dass die Teuerung zu hoch liege und sich der grundlegende Trend über den Sommer kaum verbessert habe.

Parallel dazu stiegen die Renditen für US-Staatsanleihen auf Niveaus, die seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurden. Diese Entwicklung treibt die Finanzierungskosten in der gesamten Wirtschaft in die Höhe.

Signale für eine Straffung zum Jahresende

Im Zinsausschuss deutet sich eine Fortsetzung des Straffungskurses an. Protokolle der vorherigen Notenbanksitzung zeigen, dass die Mehrheit der Währungshüter mit einer weiteren Zinsanhebung bis zum Jahresende rechnet. Marktbeobachter richten ihre Erwartungen auf die Dezembersitzung, bei der eine Rückkehr zu höheren Leitzinsen im Raum steht.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.