Die US-Notenbank Federal Reserve plant vor dem Jahreswechsel eine weitere Zinserhöhung. Eine klare Mehrheit der Währungshüter hält einen solchen Schritt für angemessen, um die Inflation verlässlich auf das Ziel von zwei Prozent zu drücken. Zugleich zeichnet sich ab, dass die Notenbank bei ihrer anstehenden Sitzung Ende Oktober zunächst pausieren dürfte.
Im September hatte die Fed ihren Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Es war die erste Straffung nach einer längeren Phase stabiler Sätze. Viele Mitglieder des Offenmarktausschusses sahen darin eine notwendige Absicherung gegen anhaltenden Preisdruck, der durch eine robuste Nachfrage oder neue Angebotsschocks angeheizt werden könnte. Eine kleine Minderheit der Notenbanker stellte sogar Zinsschritte bei beiden verbleibenden Sitzungen des Jahres in Aussicht.
Oktober-Zinserhöhung verliert an Rückhalt
Eilbedürftig scheint ein sofortiger Folgeschritt den Entscheidungsträgern allerdings nicht zu sein. Die Fed betont, dass künftige Beschlüsse streng von den jeweils eingehenden Konjunkturdaten und den veränderten Risiken abhängen.
Am Terminmarkt hat sich die Erwartungshaltung für die Sitzung am 27. und 28. Oktober deutlich verschoben. Während vor gut einer Woche noch eine breite Mehrheit mit einer weiteren Anhebung um einen Viertelprozentpunkt gerechnet hatte, liegt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit dafür nun bei lediglich 19,4 Prozent. Dahinter stehen jüngste Konjunktursignale: Die Teuerung fiel zuletzt milder aus als befürchtet, während die Daten vom US-Arbeitsmarkt schwächer als erwartet ausfielen.
Fokus verlagert sich auf den Dezember
Stattdessen gilt das letzte Treffen des Jahres am 8. und 9. Dezember als wahrscheinlichster Zeitpunkt für den nächsten Straffungsschritt. Die Schätzungen an den Terminmärkten beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember auf 69,1 bis 86 Prozent. Sollten die kommenden Konjunkturdaten keine erneute Beschleunigung der Inflation zeigen, dürfte die Fed ihren geldpolitischen Spielraum im Oktober wahren und die Entscheidung auf die Dezembersitzung vertagen.


