Fed-Vize Bowman kündigt Umbau der US-Bankenaufsicht an

Fünf Aufsichtsregionen sollen direkt an die Fed-Zentrale berichten; zugleich prüft die Notenbank eine Anpassung der Schwellenwerte.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Fünf neue Regionen geplant
  • Regionale Führung berichtet direkt nach Washington
  • Fed prüft Anpassung der Vermögensgrenzen
  • Beratung zu Kriterien noch dieses Jahr

Die US-Notenbank zieht die Zügel in der Bankenaufsicht an und bündelt zentrale Kontrollbefugnisse in Washington. Mit einer grundlegenden Strukturreform reagiert die Federal Reserve auf Versäumnisse rund um den Kollaps der Silicon Valley Bank. Parallel zu den strafferen Führungswegen stellt die Notenbank den Instituten Erleichterungen bei regulatorischen Größenschwellen in Aussicht.

Zentralisierte Führung und Abbau von Gremien

Bislang legte die Notenbankführung in Washington die Prüfungsrichtlinien fest, während die zwölf regionalen Fed-Banken die eigentliche Aufsicht in ihren Distrikten führten. Dieses Modell weicht nun einer zentralisierten Struktur. Die Fed schafft fünf neue geografische Regionen, die jeweils von einer festen Führungskraft geleitet werden und direkt an die Zentrale berichten.

Als Auslöser für den Schritt gilt eine unabhängige Untersuchung zur Pleite der Silicon Valley Bank, die den Prüfern ein zu zögerliches Handeln bescheinigte. Fed-Vizechefin Michelle Bowman kritisierte in diesem Zusammenhang auch die bisherige Praxis ausufernder Komitees. Diese Gremien hätten Entscheidungen verzögert und klare Zuständigkeiten verwischt, wenn Institute in Schieflage gerieten. Künftig sollen sich die Prüfer wieder vorrangig auf wesentliche finanzielle Risiken konzentrieren statt auf bürokratische Detailfragen.

Mehr Spielraum für Bilanzwachstum

Neben den strafferen Strukturen plant die Zentralbank eine Lockerung bürokratischer Hürden. Die Fed will die festen Vermögensgrenzen überprüfen, ab denen Banken unter schärfere Regeln für Eigenkapital, Liquidität und Stresstests fallen.

Finanzinstitute hatten seit Langem beanstandet, dass starre Dollar-Grenzwerte durch Inflation und Wirtschaftswachstum überholt würden. Im Raum steht ein Mechanismus, der diese Schwellen alle fünf Jahre automatisch anpasst.

Noch im laufenden Jahr wird die Fed über die neuen Kriterien für die Größenschwellen beraten. Für die US-Banken entscheidet sich damit in den kommenden Monaten, wie viel zusätzliche Bilanzsumme sie aufbauen dürfen, bevor die strengsten Aufsichtsregeln greifen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.