Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch setzen die Finanzmärkte auf eine straffere Geldpolitik. An den Devisenmärkten hat eine wahrscheinliche Zinsanhebung den US-Dollar auf Mehrmonatshochs gegenüber wichtigen Währungen getrieben. Ein Schritt um 25 Basispunkte ist an den Terminmärkten zu etwa 90 Prozent eingepreist.
Steigende Energiepreise durch den Konflikt mit dem Iran heizen die Teuerung an. Um die Glaubwürdigkeit bei der Inflationsbekämpfung zu wahren, sehen Beobachter die Notenbank unter Zugzwang. Die US-Regierung hatte zwar Zinssenkungen favorisiert, die Realität steigender Rohstoffpreise erfordert nun jedoch Gegenmaßnahmen.
Anleiherenditen klettern auf Mehrjahreshochs
Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen am Dienstag auf 5,04 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 2008. Bei den Papieren mit dreißigjähriger Laufzeit kletterte der Satz auf 5,40 Prozent.
Parallel dazu zogen die Ölpreise an und notierten über der Marke von 100 Dollar je Barrel. Diese Kombination belastete die Aktienmärkte weltweit. Der MSCI World rutschte auf ein Sechswochentief ab.
Der Zinsanstieg verläuft international im Gleichschritt. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen erreichten Niveaus, die zuletzt 2009 verzeichnet wurden. Da sich die Zinsabstände zwischen den großen Wirtschaftsräumen dadurch kaum verschoben haben, blieben größere Ausschläge an vielen Währungsmärkten zunächst aus.
Devisenmärkte spüren den Zinsdruck
Der Euro bewegte sich am Mittwochmorgen bei 1,1535 Dollar und damit nahe seinem am Montag markierten Monatstief. Das britische Pfund handelte bei 1,3470 Dollar. Der Neuseeland-Dollar gab im asiatischen Handel deutlicher nach und fiel auf ein Zweimonatstief von 0,5749 Dollar.
Gegenüber dem japanischen Yen notierte die US-Währung zuletzt bei 155,43 Yen. Der Yen steht vor einer eigenen Wegmarke, da Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Bank of Japan am Freitag auf 80 Prozent beziffern.
Sollte die Federal Reserve den Leitzins am Mittwoch wider Erwarten nicht anheben, rechnen Marktstrategen mit einem deutlichen Rücksetzer des US-Dollar von mehr als einem Prozent. Entschließt sich die Notenbank hingegen zu dem erwarteten Zinsschritt und signalisiert weitere Erhöhungen, dürfte die US-Währung ihre jüngsten Gewinne verteidigen.
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