Frische Zinssorgen haben den Goldpreis am Mittwoch spürbar nach unten gedrückt. Anleger reagierten auf wieder anziehende Energiepreise und robuste US-Wirtschaftsdaten, die den Spielraum für eine straffere Geldpolitik vergrößern. An der Börse in London verbilligte sich die Feinunze am Nachmittag um rund 79 Dollar auf 4.281 Dollar. Das entspricht einem Minus von fast zwei Prozent im Vergleich zum Vortag.
Ausschlaggebend für den jüngsten Rücksetzer ist vor allem die veränderte Lage an den Ölmärkten. Während sinkende Notierungen bei Rohöl den Inflationsdruck zuletzt gedämpft hatten, legten die Preise wieder zu. Höhere Energiekosten heizen jedoch die Inflationserwartungen an. An den Märkten wächst damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Leitzinsen nochmals anheben könnte.
Zinsdruck aus den Reihen der Federal Reserve
Verstärkt wurde diese Entwicklung durch Signale aus der US-Notenbank selbst. Susan Collins, Präsidentin der Bostoner Fed, stellte einen etwas restriktiveren Leitzins in den Raum, um die Teuerung verlässlich auf das angestrebte Ziel zurückzuführen.
Ihr Kollege Tom Barkin aus Richmond betonte, es könne noch einige Zeit dauern, bis sich der Preisauftrieb spürbar abschwächt. Eine weitere geldpolitische Straffung ließ er ausdrücklich offen. Höhere Zinsen schmälern typischerweise die Attraktivität zinsloser Edelmetalle gegenüber festverzinslichen Wertpapieren.
Konjunkturdaten stützen den Dollar
Parallel dazu gewann die amerikanische Währung an Stärke. Der US-Dollar legte gegenüber allen wichtigen Währungen zu, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums unmittelbar verteuert.
Zusätzlichen Schub erhielt die US-Währung durch überraschend feste Wirtschaftsdaten. Im September verbesserte sich die Stimmung von Einkaufsmanagern in den Vereinigten Staaten sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor, wie Erhebungen von S&P Global zeigen. Eine anhaltend robuste Konjunktur nimmt den Währungshütern vorerst den Druck, von ihrem restriktiven Kurs abzuweichen.


