Fed-Zinssorgen und starker Dollar setzen Goldpreis unter Druck

Steigende Energiepreise und robuste US-Konjunkturdaten schüren Zinssorgen. Der stärkere Dollar verteuert Gold außerhalb der USA und belastet den Preis.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Feinunze verliert rund 79 Dollar
  • Goldpreis sinkt fast zwei Prozent
  • Fed-Vertreter lassen weitere Straffung offen
  • US-Dollar gewinnt gegenüber Leitwährungen

Frische Zinssorgen haben den Goldpreis am Mittwoch spürbar nach unten gedrückt. Anleger reagierten auf wieder anziehende Energiepreise und robuste US-Wirtschaftsdaten, die den Spielraum für eine straffere Geldpolitik vergrößern. An der Börse in London verbilligte sich die Feinunze am Nachmittag um rund 79 Dollar auf 4.281 Dollar. Das entspricht einem Minus von fast zwei Prozent im Vergleich zum Vortag.

Ausschlaggebend für den jüngsten Rücksetzer ist vor allem die veränderte Lage an den Ölmärkten. Während sinkende Notierungen bei Rohöl den Inflationsdruck zuletzt gedämpft hatten, legten die Preise wieder zu. Höhere Energiekosten heizen jedoch die Inflationserwartungen an. An den Märkten wächst damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Leitzinsen nochmals anheben könnte.

Zinsdruck aus den Reihen der Federal Reserve

Verstärkt wurde diese Entwicklung durch Signale aus der US-Notenbank selbst. Susan Collins, Präsidentin der Bostoner Fed, stellte einen etwas restriktiveren Leitzins in den Raum, um die Teuerung verlässlich auf das angestrebte Ziel zurückzuführen.

Ihr Kollege Tom Barkin aus Richmond betonte, es könne noch einige Zeit dauern, bis sich der Preisauftrieb spürbar abschwächt. Eine weitere geldpolitische Straffung ließ er ausdrücklich offen. Höhere Zinsen schmälern typischerweise die Attraktivität zinsloser Edelmetalle gegenüber festverzinslichen Wertpapieren.

Konjunkturdaten stützen den Dollar

Parallel dazu gewann die amerikanische Währung an Stärke. Der US-Dollar legte gegenüber allen wichtigen Währungen zu, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums unmittelbar verteuert.

Zusätzlichen Schub erhielt die US-Währung durch überraschend feste Wirtschaftsdaten. Im September verbesserte sich die Stimmung von Einkaufsmanagern in den Vereinigten Staaten sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor, wie Erhebungen von S&P Global zeigen. Eine anhaltend robuste Konjunktur nimmt den Währungshütern vorerst den Druck, von ihrem restriktiven Kurs abzuweichen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.