Die US-Notenbank Federal Reserve wird ihren Leitzins am Mittwoch aller Voraussicht nach unverändert lassen. An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt bei der anstehenden Sitzung auf lediglich 9 bis 10 Prozent beziffert. Die Pause dürfte allerdings nur ein kurzes Innehalten sein, denn für die Dezembersitzung preisen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 84 bis 87 Prozent für eine weitere Anhebung ein.
Rhythmus mit Zwischenstopp
Volkswirte von Goldman Sachs gehen davon aus, dass sich die Währungshüter um Fed-Chef Kevin Warsh auf ein Vorgehen verständigt haben, die Zinsen nur bei jeder zweiten Sitzung anzuheben. Nach der Erhöhung im September spräche dieser Rhythmus für ein vorläufiges Verharren des Leitzinses im Zielkorridor von 3,75 bis 4,00 Prozent. An den Terminmärkten wird für die kommenden zwölf Monate mit insgesamt rund 2,7 Zinsschritten gerechnet.
Auf der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid dürfte Warsh kaum konkrete Hinweise auf den weiteren Pfad geben. Marktbeobachter rechnen damit, dass der geldpolitische Tonfall trotz der Zinspause betont straff bleibt. Geopolitische Spannungen rund um das Konfliktrisiko im Iran treiben die Ölpreise, während umfangreiche Investitionen von Unternehmen in künstliche Intelligenz die US-Wirtschaft stützen. Diese anhaltende Nachfrage hält den Preisdruck aufrecht.
Konjunkturdaten rücken nach der Zinsentscheidung nach
Am Tag nach der Zinsentscheidung folgen Daten, die den Ausschlag für den Zinsschritt zum Jahresende geben dürften. Am Donnerstag wird die US-Kerninflationsrate für September veröffentlicht, gemessen am Deflator der persönlichen Konsumausgaben. Volkswirte erwarten hier auf Jahresbasis einen leichten Anstieg von 3,0 auf 3,1 Prozent.
Parallel dazu stehen die ersten Schätzungen für das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal an, für das Ökonomen ein Wachstum zwischen 3,0 und 3,2 Prozent prognostizieren. Fällt die Kerninflation höher aus als erwartet und bestätigt sich das robuste Wirtschaftswachstum, verfestigt sich die Erwartung einer Zinserhöhung im Dezember. Schwächere Preisdaten hingegen würden den Druck auf die Fed verringern, ihren Zinskurs im weiteren Jahresverlauf fortzusetzen.


