Der neue Luce ist technisch ein Ausrufezeichen — der Markt reagierte trotzdem mit einem Kursrückgang von rund 6 bis 7 Prozent. Ferraris erster vollständig elektrischer Wagen spaltet Investoren, noch bevor das erste Exemplar ausgeliefert wurde.
Was der Luce kann — und was er kostet
Der Luce kommt als viertüriger Fünfsitzer mit vier Elektromotoren, einem je Rad, auf über 1.000 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt oberhalb von 310 km/h, die Reichweite soll mehr als 500 Kilometer betragen. Der 122-kWh-Akku nutzt eine 800-Volt-Architektur. Das Fahrzeuggewicht übersteigt 2,2 Tonnen — für einen Ferrari ein Novum.
Der Preis: 550.000 Euro. Auslieferungen sind für das vierte Quartal 2026 geplant. Ferrari reichte im Zusammenhang mit dem Fahrzeug mehr als 60 neue Patente ein.
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Das Design entstand in Zusammenarbeit mit LoveFrom, dem Designkollektiv von Ex-Apple-Chefdesigner Jonathan Ive. Das Cockpit trägt eine aus Aluminium gefräste Instrumententafel, eine Mittelkonsole aus Corning-Glas und ein 3.000-Watt-Audiosystem. Physische Bedienelemente wurden bewusst beibehalten — eine klare Abgrenzung von rein touchgesteuerten Rivalen.
Warum der Markt zögert
CEO Benedetto Vigna spricht von fünf Jahren Entwicklungsarbeit. Das Marketing beschreibt den Luce ausdrücklich als Fahrzeug für Kunden, die bislang noch keinen Ferrari besaßen — ein Schritt in neues Terrain, der strategisch nachvollziehbar ist, aber traditionelle Käufer irritieren könnte.
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Genau das treibt einige Investoren um. Die Sorge: Ferrari entfremdet seine Stammkundschaft, ohne sicher zu sein, dass die neue Zielgruppe in ausreichender Zahl folgt. Analysten des Mailänder Hauses Equita warnten bereits, die Verkaufszahlen des Luce dürften überschaubar ausfallen.
Kein Wunder, dass sich Marktbeobachter fragen, ob der Kursrückgang die tatsächliche strategische Lage widerspiegelt. Einerseits signalisiert Ferrari mit dem Luce Ambitionen in China, wo Elektrofahrzeuge dominieren und große Verbrenner steuerlich belastet werden. Andererseits bleibt das Kerngeschäft unangetastet: Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder laufen weiter.
Vertrauensfrage mit offenem Ausgang
Der Kursrückgang wirkt nach Einschätzung von Marktteilnehmern überzogen — das letzte Wort zur Bewertung des Luce und seiner Marktchancen sei noch nicht gesprochen. Tatsächlich ist Ferraris Kalkül nicht irrational: Ein 550.000-Euro-Fahrzeug für eine neue Käuferschicht erschließt Erlöspotenzial, ohne das Volumengeschäft zu berühren. Ob die Strategie aufgeht, wird sich spätestens zeigen, wenn die ersten Auslieferungszahlen im Frühjahr 2027 vorliegen.
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