Ferrari hat heute nach einem kräftigen Gewinnanstieg im dritten Quartal die Prognose für 2026 erneut angehoben. Ein günstigerer Modellmix und individualisierte Fahrzeuge stützten das Geschäft. An der Börse findet das zunächst keinen positiven Widerhall: Die Aktie verliert heute -4,7%. Operativ zeigt der Bericht jedoch steigende Erträge und einen deutlich höheren Mittelzufluss.
Gewinn wächst schneller als Umsatz
Der Umsatz erreichte im dritten Quartal 2026 rund 1.896 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 7%. Wechselkurse bremsten die Entwicklung; zu konstanten Kursen fiel das Wachstum stärker aus.
Ferrari führt die Verbesserung insbesondere auf den Modellmix und die Personalisierung der Fahrzeuge zurück. Damit bleibt nicht allein die Zahl der ausgelieferten Autos entscheidend. Auch deren Zusammensetzung und die individuellen Kundenwünsche tragen zur Ertragsentwicklung bei.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 12% auf 563 Millionen Euro. Die entsprechende Marge erreichte 29,7%.
Damit wuchs der operative Gewinn schneller als der Umsatz. Für Anleger ist das ein wichtiger Unterschied: Ferrari konnte das zusätzliche Geschäft mit einer höheren Profitabilität verbinden.
Auch gegenüber den Erwartungen fiel das operative Ergebnis besser aus. Der Bloomberg-Konsens hatte bei 547,3 Millionen Euro gelegen. Der Nettogewinn erreichte 431 Millionen Euro, der verwässerte Gewinn je Aktie 2,44 Euro.
Die positive Überraschung beim operativen Ergebnis war damit keine grundlegende Abweichung von den Erwartungen. Sie untermauert aber die Widerstandskraft der Erträge, auf die sich bereits die optimistischen Einschätzungen vor der Veröffentlichung gestützt hatten.
Höhere Ziele für Ergebnis und Mittelzufluss
Für das Gesamtjahr 2026 stellt Ferrari nun einen Umsatz von rund 7,65 Milliarden Euro in Aussicht. Das bereinigte operative Ergebnis soll mindestens 2,285 Milliarden Euro erreichen.
Die erneute Anhebung ist die zentrale Botschaft des Berichts. Ferrari belässt es nicht bei einem stärkeren Quartal, sondern überträgt die Entwicklung auf die Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr.
Beim bereinigten EBITDA lautet das neue Mindestziel 3,00 Milliarden Euro. Die dazugehörige Marge soll mindestens 39,2% betragen. Für die bereinigte operative Marge nennt Ferrari eine Untergrenze von 29,8%.
Neben der Profitabilität verbessert sich auch der finanzielle Spielraum. Der industrielle freie Mittelzufluss legt kräftig zu und unterstützt damit die höhere Jahresprognose.
Im Quartal erreichte dieser Mittelzufluss 567 Millionen Euro, ein Anstieg um 43%. Für das Gesamtjahr stellt Ferrari nun bis zu 1,65 Milliarden Euro in Aussicht.
Auftragsbestand schafft Planungssicherheit
Der Auftragsbestand reicht nach Unternehmensangaben bis 2028. Das bietet Ferrari einen längerfristigen Planungshorizont. Die gefüllten Bücher allein bestimmen allerdings noch nicht, wie profitabel die einzelnen Auslieferungen ausfallen. Der aktuelle Bericht unterstreicht gerade die Bedeutung des Modellmixes und der Personalisierungen.
Vor der Veröffentlichung hatte BofA die Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 395 Euro bewertet. Für 2027 erwartete das Haus ein Gewinnwachstum je Aktie von rund 15%.
Diese Einschätzung stammt aus der Zeit vor den heutigen Zahlen und ist keine Reaktion auf den Bericht. Die nun gemeldete Ergebnissteigerung und die höheren Jahresziele liefern zusätzliche operative Argumente.
Der heutige Kursrückgang zeigt zugleich, dass selbst eine verbesserte Prognose nicht automatisch für steigende Notierungen sorgt. Entscheidend für Ferrari bleibt, den gut gefüllten Auftragsbestand weiterhin in margenstarke Umsätze und einen hohen Mittelzufluss umzusetzen.
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