Ferrero bricht aus der Schokoladen-Nische aus. Der Süßwarenriese baut sein Imperium radikal um und setzt auf ein breites Snacking-Ökosystem. Nach einem Rekordumsatz von 19,3 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr peilt die Gruppe nun die Marke von 25 Milliarden Euro an.
Jenseits der Schokolade
Ferrero kauft gezielt zu. Mit der Übernahme der brasilianischen Bold Snacks und der US-Marke Power Crunch drängt das Familienunternehmen in den wachstumsstarken Protein-Markt. Eiweißriegel ergänzen nun das klassische Sortiment. Indes expandiert die Marke Nutella in die Tiefkühlregale. Kunden finden dort künftig Crepes und Donuts der Kultmarke. Auch US-Marken wie Butterfinger erhalten Ableger im Eisregal.
Technik gegen Preisschocks
Die Rohstoffpreise bleiben ein Risikofaktor. Um die Lieferketten abzusichern, nutzt Ferrero verstärkt Satellitentechnik zur Überwachung des Kakao- und Haselnussanbaus. Damit erreicht der Konzern eine Rückverfolgbarkeit von 98 Prozent. Diese digitale Kontrolle soll helfen, Preisschwankungen am Weltmarkt abzufedern und regulatorische Vorgaben zu erfüllen. In seinem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert der Konzern diese technologischen Fortschritte.
Fokus auf Effizienz
Das Investitionsprogramm ist gewaltig. Mehr als eine Milliarde Euro fließt in die weltweit 36 Produktionsstätten. Während der Umsatz steigt, drücken hohe Rohstoff- und Personalkosten auf den Nettogewinn. Das Management setzt künftig verstärkt auf Innovationen wie zuckerfreie Varianten bei Tic Tac und globale Partnerschaften für die Wonka-Produktreihe.
Ferrero bleibt finanziell stabil, trotz der Belastungen durch teure Vorprodukte. Der Fokus liegt nun auf dem Abschluss der US-Integration, um die Profitabilität bis Ende 2026 zu sichern. Die Transformation zum Allround-Snack-Anbieter schreitet planmäßig voran.
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