Ferrexpo steht vor den Trümmern seiner rechtlichen Absicherung. Ein Korruptionsurteil in Kiew entzieht dem wichtigsten Vermögenswert des Bergbaukonzerns das Fundament. Parallel dazu schwinden die finanziellen Reserven in rasantem Tempo.
Bestechungsskandal erschüttert Eigentumsrechte
Das Oberste Anti-Korruptionsgericht der Ukraine verurteilte den ehemaligen Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs, Wsewolod Knjasjew, zu fünf Jahren Haft. Er gestand, Bestechungsgelder in Höhe von 2,7 Millionen US-Dollar angenommen zu haben. Mit dem Geld sollte ein Urteil aus dem Jahr 2023 zugunsten von Ferrexpo beeinflusst werden.
In jenem Verfahren ging es um die Rechtmäßigkeit des Kaufs einer Beteiligung von gut 40 Prozent am Poltava-Minenkomplex. Da der Richter die Bestechung nun offiziell zugegeben hat, wackelt der Eigentumsstatus dieser Anteile massiv. Die Behörden haben bereits damit begonnen, Vermögenswerte des Verurteilten zu beschlagnahmen.
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Stillstand an der Börse
An der Londoner Börse herrscht derweil Stillstand. Der Handel mit der Ferrexpo-Aktie ist seit Anfang Mai 2026 ausgesetzt. Ohne den geprüften Jahresbericht für 2025 bleibt das Papier vom Parkett verbannt.
Eine geplante Kapitalerhöhung über 100 Millionen US-Dollar scheiterte zuletzt. Ohne dieses frische Geld konnte der Wirtschaftsprüfer die Fortführungsprognose nicht bestätigen. Ende März verfügte die Gruppe nur noch über frei verfügbare liquide Mittel von rund 22 Millionen US-Dollar.
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Produktion bricht ein
Die operative Lage bleibt extrem angespannt. Im ersten Quartal 2026 brach die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 72 Prozent ein. Insgesamt produzierte das Unternehmen nur noch knapp 593.000 Tonnen Pellets.
Das Management warnt, dass die vorhandenen Reserven voraussichtlich nur bis Ende Juni 2026 reichen werden. Hoffnung setzt der Konzern auf die Rückerstattung von Mehrwertsteuerguthaben durch den ukrainischen Staat. Diese Forderungen belaufen sich auf etwa 80 Millionen US-Dollar.
Die Hauptversammlung Ende Juni wird zur Zerreißprobe. Wichtige Tagesordnungspunkte wie die Entlastung des Vorstands wurden bereits gestrichen. Ohne eine schnelle Finanzspritze oder die Rückzahlung der Steuer-Millionen droht Ferrexpo bereits im Sommer die Zahlungsunfähigkeit.
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