Ferrexpo kämpft an der Londoner Börse um seine Existenz. Während der Handel mit den Papieren ruht, sichert sich das Management den Rückhalt der Investoren. Ein Schiffsverkauf bringt nun die dringend benötigte Liquidität für den Sommer.
Die Hauptversammlung Ende Juni lieferte ein klares Signal. Die Aktionäre bestätigten die Führung um Lucio Genovese mit Mehrheiten von bis zu 100 Prozent. Die Investoren genehmigten parallel dazu neue Aktienrückkäufe und kürzere Einladungsfristen für künftige Treffen.
Frisches Kapital durch Schiffsverkauf
Finanziell verschafft der Verkauf des Transportschiffs „Iron Destiny“ eine Atempause. Der Nettoerlös von 7,7 Millionen US-Dollar stärkt die Kasse unmittelbar. Das Management erwartet nun, dass die verfügbaren Mittel über den August 2026 hinaus ausreichen.
Diese Prognose klammert Gelder aus, die derzeit auf ukrainischen Bankkonten eingefroren sind. Ein striktes Kostenmanagement und ein optimierter Vertrieb unterstützen diesen Kurs. Dennoch bleibt die finanzielle Lage ohne externe Hilfe prekär.
Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar
Das Board bereitet deshalb eine massive Kapitalerhöhung vor. Geplant ist eine Bezugsrechtsemission über mindestens 100 Millionen US-Dollar. Dieses Kapital soll den Bedarf für die kommenden 18 Monate decken.
Der Erfolg dieser Maßnahme hängt stark von der Marktlage ab. Hinzu kommen Probleme mit ausstehenden Mehrwertsteuer-Rückerstattungen in der Ukraine. Diese belasten die Liquidität des Konzerns zusätzlich.
Produktion auf Sparflamme
Operativ läuft der Betrieb nur eingeschränkt. Ferrexpo nutzt aktuell lediglich eine von vier Produktionslinien für Pellets. Massive Schäden an der Energieinfrastruktur und logistische Hürden bremsen das Unternehmen aus.
An der Londoner Börse bleibt die Aktie seit Mai 2026 vom Handel ausgesetzt. Grund sind Verzögerungen beim geprüften Jahresabschluss. Im Juli 2026 folgt der nächste Produktionsbericht, der Aufschluss über die aktuellen Exportvolumina geben wird.
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