Ferrexpo kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Während die Londoner Aktien weiterhin vom Handel ausgesetzt sind, hat der Eisenerzmarkt in den vergangenen 48 Stunden spürbar nachgegeben — und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für den ukrainischen Pelletproduzenten.
Eisenerz auf Sechs-Wochen-Tief
Der meistgehandelte Eisenerz-Kontrakt an der Dalian Commodity Exchange fiel auf 767,5 Yuan pro Tonne, der Benchmark-Kontrakt an der Singapore Exchange auf 102,70 Dollar — das niedrigste Niveau seit mehr als sechs Wochen. Hinter dem Rückgang stehen Nachfragesorgen in China: schrumpfende Stahlmargen, schwächerer Stahlverbrauch und gestiegene Inputkosten. Rebar, Warmbreitband und Walzdraht gaben parallel nach.
Für Ferrexpo ist das kein abstraktes Marktsignal. Das Unternehmen hatte in seinem April-Update explizit darauf hingewiesen, dass die Einschätzung der Liquiditätsreichweite bis etwa Ende August 2026 unter dem Vorbehalt von Eisenpreisschwankungen, Energiekosten und stabilen Betriebsbedingungen steht.
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Produktion bereits massiv eingeschränkt
Die Ausgangslage ist ohnehin angespannt. Im ersten Quartal 2026 produzierte Ferrexpo insgesamt 592.751 Tonnen — ein Rückgang von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Pelletproduktion lag bei 524.926 Tonnen, 61 Prozent weniger als im Vorjahr.
Bei einer derart reduzierten Volumenbasis schlägt ein niedrigerer Eisenerzpreis direkt auf die Erlöse durch, während Fixkosten kaum sinken. Das Unternehmen betreibt derzeit nur eine von vier Pelletlinien und beliefert europäische Kunden. Kriegsbedingte Risiken, Stromausfälle, Logistikengpässe, ausgesetzte Mehrwertsteuererstattungen und laufende Rechtsverfahren gegen die wichtigste Betriebstochter belasten den Betrieb zusätzlich.
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Kapitalerhöhung als einziger Ausweg
Ferrexpo bezifferte seine Nettoliquidität Mitte April auf rund 20 Millionen Dollar, davon zugänglich rund 17 Millionen Dollar — ohne Mittel bei der MBaer Merchant Bank. Ohne eine Kapitalmaßnahme oder andere Gegenmaßnahmen reicht das nach eigener Einschätzung nur bis Ende August 2026.
Der Vorstand hatte eine Kapitalerhöhung als einzig gangbaren Weg in dem erforderlichen Zeitrahmen bezeichnet — voraussichtlich als konditioniertes Placing mit einem Mindestvolumen von 100 Millionen Dollar. Neue Unternehmensmitteilungen hat Ferrexpo zuletzt nicht veröffentlicht; die jüngste Meldung betraf die Einladung zur Hauptversammlung 2026.
Solange die Aktie suspendiert bleibt, können Anleger auf den schwächeren Rohstoffhintergrund nicht direkt reagieren. Der fallende Eisenerzpreis erhöht den Druck auf die ohnehin enge Kalkulation — und macht eine erfolgreiche Kapitalerhöhung noch dringlicher.
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