Ferrexpo Aktie: Fevamotinico unterstützt 100-Millionen-Fundraise

Ferrexpo-Aktien ruhen an der Londoner Börse. Der Hauptaktionär stimmt einer Kapitalerhöhung zu, doch die Liquidität schwindet rapide.

Ferrexpo Aktie
Kurz & knapp:
  • Handelsstopp an der Londoner Börse
  • Hauptaktionär unterstützt Kapitalerhöhung
  • Liquidität reicht nur bis August
  • Produktion um 72 Prozent eingebrochen

Ferrexpo steckt in der schwersten Liquiditätskrise seit Kriegsbeginn. Die Aktien des ukrainischen Eisenerz-Produzenten sind seit dem 1. Mai vom Handel an der Londoner Börse ausgesetzt — und wann sie wieder handelbar sein werden, ist offen.

Größter Aktionär gibt grünes Licht — mit Bedingungen

Fevamotinico, der Hauptaktionär mit einem Anteil von 49,3 Prozent, unterstützt die geplante Kapitalerhöhung. Das Unternehmen will die nötigen Aktionärsbeschlüsse mittragen — allerdings nur unter zwei Bedingungen: Fevamotinico muss anteilig teilnehmen können, und die Erhöhung darf 100 Millionen Dollar nicht überschreiten.

Das Signal ist wichtig. Ohne den Hauptaktionär wäre eine Kapitalerhöhung kaum durchsetzbar. Ferrexpo plant, neue Aktien an bestehende und neue institutionelle Investoren auszugeben. Das Ziel: mindestens 100 Millionen Dollar einzusammeln, um den Betrieb für die nächsten 18 Monate auf reduziertem Niveau aufrechtzuerhalten.

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Sicher ist das Vorhaben trotzdem nicht. Ferrexpo selbst betont, es gebe keine Gewissheit über den Erfolg der Transaktion.

Liquidität schmilzt, Frist rückt näher

Die Dringlichkeit ist real. Die Nettoliquidität des Konzerns lag Mitte April bei rund 20 Millionen Dollar — Ende 2024 waren es noch 101 Millionen Dollar. Ohne frisches Kapital reicht das Geld nach eigenen Angaben nur bis Ende August 2026.

Die Ursachen liegen im Krieg. Russische Angriffe auf Ukraines Energieinfrastruktur haben die Produktion weitgehend lahmgelegt. Im ersten Quartal 2026 produzierte Ferrexpo nur rund 593.000 Tonnen Eisenerz — ein Rückgang von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Aktuell läuft die Produktion auf etwa einem Viertel der Vorkriegskapazität.

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Hinzu kommt ein blockiertes Mehrwertsteuerguthaben von 90,3 Millionen Dollar. Die ukrainischen Steuerbehörden haben Erstattungen ausgesetzt. Das Geld ist eingefroren — und für Ferrexpo vorerst nicht verfügbar.

Jahresabschluss hängt am Fundraising

Der Handelsausschluss hat einen direkten Auslöser: Ferrexpo konnte seinen Jahresabschluss 2025 nicht bis zur selbst gesetzten Frist am 30. April veröffentlichen. Der Grund ist ein buchhalterischer Knoten. Die Wirtschaftsprüfer können den Abschluss nur auf Basis der Unternehmensfortführung testieren, wenn die Kapitalerhöhung abgeschlossen ist. Ohne Kapital kein Testat, ohne Testat kein Abschluss.

Institutionelle Investoren haben bereits unverbindliches Interesse an einer Rekapitalisierung von mehr als 100 Millionen Dollar signalisiert. Bis aus diesen Absichtserklärungen ein verbindliches Bookbuilding wird, bleiben die Ferrexpo-Aktien eingefroren und die Jahresrechnung 2025 ungeprüft. Der nächste entscheidende Schritt liegt bei den Investoren — nicht beim Hauptaktionär.

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