Ferrexpo blickt auf einen juristisch bedeutsamen Termin in der Ukraine. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax ist eine Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof zu einer Klage gegen ein Tochterunternehmen für den 12. Oktober angesetzt. Für das Unternehmen bedeutet das Verfahren einen weiteren Unsicherheitsfaktor im laufenden Geschäftsjahr.

Rechtsstreitigkeiten um Poltava Mining

Das Unternehmen identifizierte in seinem Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2026 ukrainische Gerichtsverfahren ausdrücklich als Risiken. Dazu gehören Insolvenzverfahren um Poltava Mining sowie weitere Ansprüche gegen die Konzerntochter. Diese juristischen Streitigkeiten erschweren die Rahmenbedingungen für die operativen Aktivitäten.

Die rechtlichen Auseinandersetzungen treffen auf ein anspruchsvolles Umfeld. Stromengpässe und einbehaltene Mehrwertsteuerrückerstattungen setzten die betrieblichen Abläufe unter Druck. Infolgedessen sah sich die Gruppe gezwungen, lediglich eine einzige Pelletieranlage zu betreiben.

Deutlicher Rückgang bei Produktion und Umsatz

Dieser eingeschränkte Betrieb schlägt sich unmittelbar in den Kennzahlen nieder. Im ersten Halbjahr 2026 sank die kommerzielle Produktion im Vorjahresvergleich um 54 Prozent auf 1,556 Millionen Tonnen.

Der Umsatz brach im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 57 Prozent auf 196 Millionen US$ ein. Gleichzeitig fiel ein Nettoverlust von 14,9 Millionen US$ an. Die Zahlen spiegeln die operativen Einschränkungen des Berichtszeitraums wider.

Veröffentlichte Stimmrechte und Lage an der Börse

Am vergangenen Mittwoch legte Ferrexpo zudem neue Angaben zu den Stimmrechten vor. Das ausgegebene Stammaktienkapital beläuft sich auf 1.062.816.440 Anteile, wovon 15.830.814 eigene Aktien gehalten werden. Daraus ergeben sich 1.046.985.626 Stimmrechte.

Am Aktienmarkt lasten die anhaltenden Belastungen weiterhin auf der Bewertung. Das Papier schloss am Freitag bei 0,3724 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 58 Prozent. Die anstehende Gerichtsverhandlung am 12. Oktober rückt damit als nächster Termin in den Fokus.