Der ukrainische Eisenerzproduzent Ferrexpo kämpft an mehreren Fronten um finanzielle Stabilität. Während die Barreserven rasant schmelzen und ein wichtiges Tochterunternehmen in ein Insolvenzverfahren verwickelt ist, blicken Anleger gespannt auf die kommende Woche. Der anstehende Produktionsbericht muss zeigen, ob zumindest das operative Geschäft nach den massiven Angriffen auf die Energieinfrastruktur wieder Tritt fasst.
Operativer Neustart unter erschwerten Bedingungen
Am Mittwoch legt das Unternehmen seine Produktionsdaten für das erste Quartal 2026 vor. Es ist der erste umfassende Einblick, seit Ferrexpo den Betrieb im Februar nach schweren Angriffen auf die ukrainische Stromversorgung teilweise wieder aufnehmen konnte. Aktuell läuft lediglich eine einzige Pellet-Produktionslinie. Aktionäre erhoffen sich nun die Bestätigung, dass dieses Niveau im März gehalten wurde und die Stromversorgung stabil genug für weitere Kapazitätserweiterungen ist. Den Export in Richtung Mittel- und Osteuropa wickelt der Konzern derweil über eine eigene Flotte von Güterwaggons ab.
Die Kasse leert sich
Das weitaus drängendere Problem ist die angespannte finanzielle Lage. Ende März verfügte Ferrexpo nur noch über frei zugängliche Barmittel in Höhe von rund 22 Millionen US-Dollar. Weitere drei Millionen Dollar hängen bei der Schweizer MBaer Merchant Bank fest, die nach einem Lizenzentzug abgewickelt wird.
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Ein Hauptgrund für die Liquiditätsklemme sind ausstehende Mehrwertsteuerrückerstattungen der ukrainischen Behörden, die sich auf etwa 80 Millionen Dollar summieren. Das Management hat bereits gewarnt, dass die Reserven ohne diese Gelder nur noch bis mindestens Ende Juni 2026 ausreichen. Eine Kapitalerhöhung wird daher aktiv als Finanzierungsoption geprüft.
Juristische Risiken belasten
Parallel dazu sorgt ein juristischer Streit für Verunsicherung. Gegen die wichtigste Tochtergesellschaft Ferrexpo Poltava Mining (FPM) wurde Ende Februar ein Insolvenzverfahren eröffnet. Hintergrund ist eine Forderung der Firma Maxi Capital in Höhe von 4,7 Milliarden ukrainischen Hrywnja. Obwohl Ferrexpo in Berufung gegangen ist und der Fall vor dem Obersten Gerichtshof liegt, birgt die Einsetzung eines Insolvenzverwalters erhebliche Risiken für den operativen Ablauf. Dass sich der Aktienkurs nach einem scharfen Einbruch Anfang April zuletzt etwas stabilisieren konnte, lag weniger an unternehmensspezifischen Erfolgen als an vagen Hoffnungen auf regionale Friedensgespräche am 10. April.
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Wichtige Termine für die kommenden Wochen:
* 15. April 2026: Veröffentlichung des Produktionsberichts (Q1)
* 30. April 2026: Spätester Termin für die Vorlage der Jahresbilanz 2025
Die anstehenden Produktionszahlen am Mittwoch liefern einen wichtigen Indikator für die operative Widerstandsfähigkeit. Ohne eine zeitnahe Lösung im Streit um die einbehaltenen Steuerrückerstattungen rückt eine verwässernde Kapitalmaßnahme allerdings unweigerlich näher.
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