Ferrexpo steht vor einer Schicksalswoche. Der Eisenholz-Produzent kämpft nicht mehr nur mit den Folgen des regionalen Konflikts, sondern gegen die drohende Zahlungsunfähigkeit. Die Zeit für eine Rettung läuft ab.

Die Aktie ist bereits seit dem 1. Mai 2026 vom Handel in London ausgesetzt. Grund ist der fehlende, geprüfte Geschäftsbericht für das Vorjahr. Der Indexanbieter Solactive reagierte Ende Juli drastisch und strich das Papier mit einem Wert von null aus seinen Benchmarks. Zuletzt notierte die Aktie bei 28,58 GBX.

Das Schweigen der Zahlen

Eigentlich stünde nun die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen für 2026 an. Marktbeobachter rechneten mit Terminen Mitte August. Ohne testierte Vorjahreszahlen bleibt jedoch ein Informationsvakuum. Anleger warten stattdessen auf Signale zu einer geplanten Kapitalerhöhung über 100 Millionen US-Dollar.

Der finanzielle Spielraum schrumpft gefährlich schnell. Ferrexpo bestätigte zuletzt: Die verfügbaren Barmittel reichen nur noch bis Mitte September. Ohne frisches Kapital oder einen Durchbruch bei den Exportwegen droht der baldige Kollaps. Der operative Betrieb hängt vollständig von dieser Finanzspritze ab.

Ein kleiner Lichtblick im Schwarzen Meer

Ein Teilerfolg gelang zuletzt bei der Logistik. Am 5. August konnte ein Schiff mit 55.000 Tonnen hochwertigen Pellets aus der Gefahrenzone geschleppt werden. Die Fracht war zuvor Ende Juli von Drohnen getroffen worden. Nun wird das Schiff in einem Schwarzmeerhafen technisch untersucht.

Die erfolgreiche Lieferung oder eine schnelle Versicherungsentscheidung sind für den kurzfristigen Cashflow entscheidend. Parallel dazu setzt das Management auf internationale Schiedsgerichte. Dies soll das Firmenvermögen gegen rechtliche Forderungen ukrainischer Behörden absichern. Bis Mitte September muss die Rettungsfinanzierung über 100 Millionen US-Dollar stehen, um den Fortbestand des Konzerns zu sichern.