Ferrexpo steht mit dem Rücken zur Wand. Während die Produktion in den ukrainischen Minen langsam wieder anläuft, zieht sich die finanzielle Schlinge um den Eisenerz-Produzenten immer weiter zu.
Die britische Finanzaufsicht FCA lässt die Aktien des Unternehmens weiterhin vom Handel an der Londoner Börse aussetzen. Grund dafür sind die fehlenden geprüften Konzernabschlüsse für das Geschäftsjahr 2025. Die Prüfer verweigern bisher ihr Testat.
Rechtsstreit bedroht Kernbesitz
Ein juristischer Konflikt in der Ukraine belastet die Situation massiv. Gegen die wichtigste Tochtergesellschaft Ferrexpo Poltava Mining läuft ein gerichtlich angeordnetes Insolvenzverfahren. Ein lokales Gericht ernannte bereits einen Verwalter.
Der Kläger Maxi Capital Group fordert rund 4.727 Millionen Hrywnja. Das entspricht etwa 114 Millionen US-Dollar. Ferrexpo hält die Ansprüche für unbegründet und hat Rechtsmittel eingelegt.
Produktion erholt sich auf niedrigem Niveau
Operativ zeigt sich ein kleiner Lichtblick. Im zweiten Quartal 2026 stieg die Produktion um 63 Prozent auf rund 963.000 Tonnen. Die Anlagen liefen deutlich stabiler als zum Jahresbeginn.
Im Vergleich zum Vorjahr wirkt die Bilanz dennoch ernüchternd. Die Gesamtproduktion im ersten Halbjahr 2026 fiel auf 1,56 Millionen Tonnen. Das ist ein Einbruch um 54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Liquidität schmilzt dahin
Der Konzern kämpft mit knapper Liquidität. Zum 30. Juni 2026 verfügte Ferrexpo über liquide Mittel von etwa 27 Millionen US-Dollar. Dieses Geld reicht voraussichtlich nur bis zum Beginn des vierten Quartals 2026.
Zusätzlicher Puffer fehlt. In der Ukraine warten noch rund 90 Millionen US-Dollar an einbehaltenen Mehrwertsteuer-Rückerstattungen auf die Auszahlung. Ferrexpo wartet darauf bereits seit Anfang 2025.
Der Vorstand plant nun eine Kapitalerhöhung. Er will mindestens 100 Millionen US-Dollar von Investoren einsammeln. Diese Maßnahme gilt intern als einzige Lösung, um eine Pleite abzuwenden.
Ein kleiner Verkauf brachte zuletzt etwas Zeit. Die Veräußerung des Transportschiffs „Iron Destiny“ spülte netto 7,7 Millionen US-Dollar in die Kasse. Der indikative Aktienkurs verharrt derweil bei etwa 28,58 GBX.
In den kommenden Wochen entscheidet sich die Zukunft des Bergbauunternehmens in den Gerichtssälen von Poltava. Parallel dazu muss der Vorstand den Erfolg der geplanten Kapitalmaßnahme sichern.
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