Ferrexpo Aktie: Maxi-Capital fordert 120 Millionen

Der Eisenerzproduzent Ferrexpo steckt in einer existentiellen Krise: Ohne Kapitalerhöhung droht bis August die Zahlungsunfähigkeit.

Ferrexpo Aktie
Kurz & knapp:
  • Handelsaussetzung seit 1. Mai 2026
  • Liquidität reicht nur bis August
  • Kapitalerhöhung von 100 Mio. USD nötig
  • Insolvenzrisiko bei ausbleibenden Steuerrückzahlungen

Die Aktie von Ferrexpo ist seit dem 1. Mai 2026 vom Handel ausgesetzt — und ein Ende ist nicht in Sicht. Hinter der Aussetzung steckt ein Kreislauf aus fehlender Finanzierung, unfertigem Jahresabschluss und einem Kassenbestand, der bis Ende August reicht.

Ein Teufelskreis blockiert alles

Die Logik des Stillstands ist bestechend einfach und gleichzeitig brutal: Ferrexpo kann seinen Jahresabschluss 2025 nicht veröffentlichen, weil die Fortführungsfähigkeit des Unternehmens davon abhängt, dass die geplante Kapitalerhöhung von 100 Millionen US-Dollar zuerst abgeschlossen wird. Die Kapitalerhöhung wiederum setzt die Zustimmung der Aktionäre voraus — die erst auf der Hauptversammlung am 21. Mai eingeholt werden kann.

Institutionelle Investoren haben unverbindliche Interessensbekundungen über insgesamt mehr als 100 Millionen Dollar signalisiert. Allerdings lassen sich die daran geknüpften Bedingungen nicht innerhalb des regulatorischen Zeitrahmens erfüllen. Hauptaktionär Fevamotinico, der 49,32 Prozent hält, hat Unterstützung signalisiert und will einer Kapitalerhöhung bis zu dieser Größenordnung zustimmen — sofern er anteilig teilnehmen darf.

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Kassenbestand reicht bis Ende August

Durch den Erlös aus einem Vermögensverkauf konnte Ferrexpo den Zeitpuffer leicht verlängern: Statt Ende Juni reicht die Liquidität nun bis etwa Ende August 2026. Das klingt nach Atempause, ist aber keiner.

Ohne abgeschlossene Kapitalerhöhung droht den operativen Tochtergesellschaften ein Liquiditätsengpass. Ferrexpo warnte explizit: Sollten die seit Längerem ausstehenden Mehrwertsteuererstattungen ukrainischer Steuerbehörden ausbleiben — ein Faktor außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens —, sei eine Insolvenz „höchstwahrscheinlich“. Die offene Forderung beläuft sich auf 90,3 Millionen Dollar, Stand 31. März 2026.

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Krieg, Energieausfälle, dubiose Gläubiger

Die operative Lage verschärft die Situation weiter. Russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur zwangen das Unternehmen Anfang 2026 zur vollständigen Produktionsunterbrechung. Erst Ende Februar nahm Ferrexpo den Betrieb wieder auf — und das nur auf einer von vier Produktionslinien.

Hinzu kommt ein juristischer Angriff von außen: Ein Unternehmen namens Maxi-Capital, das angeblich politisch vernetzten Interessen zuzurechnen ist, kaufte eine stark angefochtene Forderung für rund 2 Millionen Dollar und versucht nun, daraus Ansprüche von etwa 120 Millionen Dollar gegen Ferrexpo durchzusetzen.

Drei Hürden bis zur Rückkehr an die Börse

Für Aktionäre führt der Weg zur Wiederaufnahme des Handels durch drei aufeinanderfolgende Etappen: abgeschlossene Kapitalerhöhung, testierter Jahresabschluss, Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025. Die Aktie war bei 28,58 Pence ausgesetzt, was einer Marktkapitalisierung von rund 168 Millionen Pfund entspricht. Die Hauptversammlung am 21. Mai ist der frühestmögliche Startschuss — ob er fällt, hängt von der Aktionärszustimmung ab, die Ferrexpo selbst als ungewiss bezeichnet.

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