Im Sog eines schwächeren Rohstoffumfelds hat die Aktie von Ferrexpo am gestrigen Donnerstag nachgegeben. Das Papier verbuchte einen Tagesverlust von 2,8 Prozent und ging bei 0,3794 Euro aus dem Handel. Belastet wurde der Sektor durch fallende Eisenerz-Futures, die vor dem Hintergrund sinkender chinesischer Stahlmargen und einer rückläufigen Roheisenproduktion um 2,8 Prozent nachgaben und die weltweite Nachfrage dämpften.
Gedrosselte Produktion und operative Verluste
Die Branchenflaute trifft das Unternehmen in einer ohnehin angespannten operativen Phase. Im ersten Halbjahr 2026 brach die kommerzielle Gesamtproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 54 Prozent auf 1,556 Millionen Tonnen ein.
Als Ursachen nannte der Konzern die Aussetzung von Mehrwertsteuerrückerstattungen sowie eine geschrumpfte Liquidität, was den Betrieb dazu zwang, die Aktivitäten auf lediglich eine einzelne Pelletierlinie zu reduzieren.
Die gedrosselte Förderung schlug sich spürbar in der Zwischenbilanz nieder. Der Umsatz fiel in den ersten sechs Monaten des Jahres um 57 Prozent auf 196 Millionen US-Dollar. Auf operativer Ebene resultierte daraus ein bereinigter EBITDA-Verlust von 4 Millionen US-Dollar. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 58 Prozent, während die Unternehmensführung weiterhin auf anhaltende operationelle und finanzielle Unsicherheiten hinweist.
Bedeutende Gerichtsverhandlung in der Ukraine
Neben den betrieblichen Hürden sieht sich Ferrexpo mit substanziellen rechtlichen Streitigkeiten konfrontiert. Vor dem Obersten Gerichtshof der Ukraine ist für den 12. Oktober eine Verhandlung über umstrittene Bürgschaftsforderungen angesetzt. Das Unternehmen warnte im Vorfeld unmissverständlich, dass ein negatives Urteil erhebliche Auswirkungen auf den laufenden Betrieb sowie auf die Fortführung der Geschäftstätigkeit insgesamt haben könnte.
Die Kapitalbasis umfasst nach Unternehmensangaben zum Stichtag 30. September 1.062.816.440 ausgegebene Stammaktien. Davon werden 15.830.814 Papiere im Eigenbestand gehalten, sodass die Gesamtzahl der aktiven Stimmrechte bei 1.046.985.626 liegt.
Produktionsdaten für das dritte Quartal angekündigt
Hinweise auf die jüngste Entwicklung des operativen Betriebs stehen unmittelbar bevor. Laut dem Finanzkalender des Rohstoffkonzerns ist die Veröffentlichung der Produktionsergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 14. Oktober terminiert.
Marktteilnehmer erwarten von diesem Bericht Klarheit darüber, in welchem Ausmaß die Produktion auf der verbliebenen Pelletieranlage stabilisiert werden konnte und wie sich die anhaltenden Ausfälle auf die Liefermengen auswirken.
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