Am 14. Oktober 2026 wird Ferrexpo die Produktionsergebnisse für das dritte Quartal vorlegen. Der Termin rückt zu einem Zeitpunkt näher, an dem das Rohstoffunternehmen an mehreren Fronten gefordert ist. An den Finanzmärkten spiegelt sich dieser anhaltende Gegenwind deutlich wider: Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 0,3724 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang damit auf 58 Prozent.

Die Veröffentlichung der kommenden Betriebsdaten wird an den Märkten Aufschluss darüber geben, wie sich die operativen Belastungen im Sommer entwickelt haben. Zuletzt machten dem Produzenten von Eisenerzpellets erhebliche Engpässe bei der Stromversorgung zu schaffen. Hinzu kamen einbehaltene Rückerstattungen der Mehrwertsteuer, die das finanzielle Polster schmälerten.

Infolge dieser doppelten Belastung sah sich das Management veranlasst, die industrielle Fertigung vorübergehend auf eine einzige Pelletieranlage zu beschränken.

Drastische Einbußen im ersten Halbjahr

Wie das Unternehmen vor gut einer Woche mitteilte, hinterließen diese widrigen Bedingungen tiefe Spuren in der Zwischenbilanz. Die Erlöse für die ersten sechs Monate sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 196 Millionen US-Dollar. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 14,9 Millionen US-Dollar, während das kommerzielle Produktionsvolumen auf 1,556 Millionen Tonnen absackte.

Die gedrosselte Fertigung und die schwierigen Rahmenbedingungen zwangen die Unternehmensführung zu einer strikten Priorisierung aller Ausgaben. Um die Liquidität in diesem herausfordernden Umfeld zu schonen, strich der Konzern seine Mittel für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur spürbar zusammen.

Investitionskürzungen und juristische Risiken

Medienberichten zufolge kürzte Ferrexpo die Sachanlageninvestitionen im ersten Halbjahr drastisch. Die Zugänge beliefen sich auf 13,892 Millionen US-Dollar, nachdem im vergleichbaren Vorjahresabschnitt noch 29,457 Millionen US-Dollar aufgewendet worden waren. Das entspricht mehr als einer Halbierung dieser Mittel.

Neben den operativen und finanziellen Herausforderungen sieht sich das Unternehmen auch juristischen Unwägbarkeiten ausgesetzt. Als wesentliche materielle Risiken gelten ein Insolvenzverfahren rund um die Tochtergesellschaft Poltava Mining sowie damit verbundene Rechtsstreitigkeiten.

Medienberichten zufolge stehen dabei eine Forderung über 4,7 Milliarden UAH sowie eine separate Zivilklage über 157 Milliarden UAH im Raum. Auf Seiten der Anteilseigner ergab sich zudem am 25. September eine Veränderung, als der Vermögensverwalter BlackRock eine gesetzliche Meldeschwelle unterschritt.