Innerhalb einer Woche hat First Majestic Silver fast ein Fünftel seines Börsenwerts verloren. Der Silberminenkonzern kämpft auf mehreren Fronten gleichzeitig — und der Markt zeigt wenig Geduld.
Silber unter Druck
Der Auslöser liegt im Makroumfeld. Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai überraschte mit 172.000 neuen Stellen — stark genug, um Zinssenkungshoffnungen zu begraben. Das FedWatch-Tool zeigt inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent für eine Zinserhöhung bis Dezember 2026. Der US-Dollar kletterte auf ein Zweimonatshoch. Für Silber ist das Gift.
Silber-ETFs verloren am Montag mehr als sechs Prozent. Der COMEX-Silberpreis fiel auf rund 67,39 Dollar je Unze. Die First-Majestic-Aktie notiert bei 14,66 Euro — ein Wochenverlust von über 18 Prozent. Vom Allzeithoch bei 28,79 Euro im März ist sie inzwischen fast halbiert.
Geopolitik treibt Kosten
Hinzu kommen steigende Energiepreise. Militärische Eskalationen zwischen Israel und Iran haben Brent-Rohöl über 95 Dollar je Barrel getrieben. Für einen Minenbetreiber mit Schwerpunkt in Mexiko bedeutet das: höhere Betriebskosten, schlechtere Margen.
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Technisch nähert sich die Aktie der Überverkauft-Zone. Der RSI liegt bei 33,4 — knapp über der Schwelle von 30. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 77,81 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Rekorderlös, verfehlte Erwartungen
Das erste Quartal 2026 lieferte ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg um 95 Prozent auf 476,67 Millionen Dollar — ein Rekord. Allerdings hatten Analysten mit 522 Millionen Dollar gerechnet. Auch beim Gewinn je Aktie verfehlte das Unternehmen die Erwartungen: 0,31 Dollar statt der erwarteten 0,33 Dollar.
Positiv: Die realisierten Margen sprangen auf 52 Dollar je Unze, nach 13 Dollar im Vorjahreszeitraum. Das zeigt operative Stärke — reicht dem Markt aber offenbar nicht.
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Belastend bleibt ein Steuerstreit mit mexikanischen Behörden über 1,01 Milliarden Dollar. Rund 113,4 Millionen Dollar an Vermögenswerten sind eingefroren.
Jahreshauptversammlung und Silberdefizit
Noch diese Woche hält First Majestic seine Jahreshauptversammlung ab. Das könnte kurzfristig Aufmerksamkeit auf das Unternehmen lenken.
Strukturell bleibt das Silberangebot knapp. Für 2026 prognostizieren Analysten ein Angebotsdefizit von 190 bis 200 Millionen Unzen — getrieben von Industrienachfrage. Die Preisspanne für den Rest des Jahres liegt je nach Szenario zwischen 55 und 85 Dollar je Unze. Ob das reicht, um den aktuellen Gegenwind aus Zinspolitik und Geopolitik zu überwinden, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Zinserwartungen wieder drehen.
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