Der niederösterreichische Landtag hat am Freitag einen Antrag auf Abschaffung der Flugabgabe angenommen. Damit liegt eine politische Forderung vor, keine beschlossene Abschaffung der Abgabe. Die Aktie des Flughafens Wien steigt heute um 2,4%; ein konkreter Anlass für den Kursanstieg ist nicht belegt.

Politischer Druck auf die Flugabgabe

Die Flughafen-Wien-Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner schlossen sich am Donnerstag der Forderung nach einer Abschaffung an. Bereits am 18. Oktober hatten die Vorstände nach Unternehmensangaben ein Ende der Abgabe verlangt und auf Wettbewerbsnachteile für den österreichischen Luftfahrtstandort verwiesen.

Auch in Wien beschäftigt das Thema die Politik: Medienberichten zufolge brachten SPÖ und NEOS am Mittwoch im Gemeinderat einen Resolutionsantrag ein. Dieser fordert den Bund auf, die Abschaffung der Flugabgabe zu prüfen.

Der Branchenverband Aviation Industry Austria verlangte am 20. Oktober die vollständige Abschaffung oder eine deutliche Senkung. Zur Begründung verwies er auf die unterschiedliche Verkehrsentwicklung: Der Flughafen Wien habe von Jänner bis September 4,5 Prozent weniger Reisende gezählt. In Bratislava habe sich das Passagieraufkommen dagegen mehr als verdoppelt.

Rückläufiger Verkehr und Auszeichnung

Die am 13. Oktober veröffentlichten Verkehrszahlen für September 2026 weisen für den Standort Wien 2.910.597 Passagiere aus. Das entspricht einem Rückgang um 7,5 Prozent.

In der Flughafen-Wien-Gruppe lag das Passagieraufkommen bei 4.138.465 Reisenden und damit um 2,0 Prozent unter dem Vergleichswert.

Eine Auszeichnung meldete das Unternehmen am 20. Oktober: Bei den Payload Asia Awards wurde der Flughafen am 19. Oktober zum dritten Mal als „Ground Handler of the Year – Europe“ ausgezeichnet.