Die Flughafen Wien AG sieht sich im Sommer 2026 mit einer uneinheitlichen Verkehrsentwicklung konfrontiert. Während die gesamte Gruppe, zu der auch die Beteiligungen in Malta und Kosice gehören, im Juni 2026 noch ein minimales Plus von 0,2 Prozent auf insgesamt 4.039.311 Fluggäste verbuchte, sank das Aufkommen am Standort Wien deutlich. Mit 2.832.434 Reisenden registrierte der Flughafen Wien in diesem Zeitraum ein Minus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Herausforderungen durch Kapazitätskürzungen und geopolitische Krisen
Diese Entwicklung am Drehkreuz Wien setzt einen Trend fort, der bereits das gesamte erste Halbjahr 2026 prägte. Medienberichten zufolge ging die Zahl der Passagiere in den ersten sechs Monaten des Jahres am Standort Wien um 3,2 Prozent auf insgesamt 14.267.744 Personen zurück. Als wesentliche Gründe für diese Abkühlung nennt das Unternehmen Kapazitätsreduktionen durch Low-Cost-Carrier. Zudem belasten Flugstreichungen infolge der anhaltenden Krisen im Nahen und Mittleren Osten die operative Bilanz.
Noch im Vorjahr hatte das Unternehmen Rekordmarken gesetzt. Für das Gesamtjahr 2025 meldete die Gruppe 43,4 Millionen Passagiere, wovon 32,6 Millionen auf Wien entfielen. Auch beim Frachtvolumen konnte der Flughafen im vergangenen Jahr Höchststände erzielen. Die aktuellen Rückgänge markieren daher eine Zäsur nach der starken Wachstumsphase des Vorjahres.
Terminal-Erweiterung bleibt trotz Passagierdelle im Plan
Trotz der derzeitigen Schwäche am Standort Wien investiert das Unternehmen massiv in die Infrastruktur. Vorstand Julian Jäger bestätigte laut einem Bericht des Kurier, dass die Süderweiterung des Terminals 3 planmäßig voranschreitet. Das Investitionsvolumen für dieses Großprojekt beläuft sich auf 420 Millionen Euro. Der Rohbau der Erweiterung ist bereits abgeschlossen. Die Inbetriebnahme der rund 70.000 Quadratmeter großen zusätzlichen Fläche ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Für das laufende Jahr 2026 sind insgesamt Investitionen in Höhe von 330 Millionen Euro geplant.
Finanzielle Ziele für das Geschäftsjahr 2026
Finanziell blickt das Management auf ein solides erstes Quartal zurück. Im Zeitraum von Januar bis März 2026 stieg der Umsatz um 6,1 Prozent, während das Periodenergebnis um 5,3 Prozent zulegte. Die Finanz-Guidance für das Gesamtjahr 2026 bleibt bestehen. Medienberichten zufolge prognostiziert das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 1.050 Millionen Euro sowie ein EBITDA von circa 415 Millionen Euro. Das Periodenergebnis nach Minderheiten soll etwa 185 Millionen Euro erreichen.
Im vergangenen Geschäftsjahr 2025 wurde ein Nettoergebnis von 210,1 Millionen Euro erzielt, wobei eine außerordentliche Wertberichtigung für das Projekt der dritten Piste das Ergebnis beeinflusste. Dennoch schüttete die Gesellschaft eine Dividende von 1,65 Euro je Aktie aus. An der Börse wird die aktuelle Entwicklung mit Zurückhaltung aufgenommen. Der Kurs der Aktie notiert aktuell bei 50,00 Euro, was einem Rückgang von 1,19 Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht. Seit Beginn des Jahres hat das Papier damit 8,76 Prozent an Wert verloren.
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