Die Betreibergesellschaft des Flughafens Zürich verzeichnete im September ein Passagierplus, sieht sich im operativen Geschäft jedoch mit gegenläufigen Trends konfrontiert. Nach Unternehmensangaben vom 12. Oktober reisten im September 3’126’906 Fluggäste über den Schweizer Knotenpunkt, was einem Zuwachs von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht.

Hinter dem Anstieg verbergen sich allerdings Bremsspuren bei der Effizienz: Die durchschnittliche Passagierzahl pro Flug ging um 2,8 Prozent auf 138,5 zurück, während die Sitzplatzauslastung um 1,2 Prozentpunkte auf 81,9 Prozent sank.

Stabile Abläufe trotz Logistikengpass

Die operative Lage am Drehkreuz Kloten geriet kurz darauf durch externe Lieferketten unter Beobachtung. Nachdem der Bund die Kerosin-Entnahme aus Pflichtlagern erlaubte, standen logistische Engpässe im Fokus der Marktteilnehmer.

Die Schweizer Regierung bewilligte zeitlich befristete Bezüge von bis zu 30’000 Kubikmetern Flugpetrol, um Versorgungsrisiken abzufedern, die durch Zugausfälle auf Schienenstrecken aus Deutschland und Niedrigwasser auf dem Rhein entstanden waren.

Die Fluggesellschaft Swiss erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, dass keine Einschränkungen bei der Betankung spürbar seien und der Betrieb am Flughafen Zürich normal laufe.

Für Anleger stellt sich damit die Frage, inwieweit temporäre Störungen der Infrastruktur und die leicht sinkende Auslastung das laufende Geschäftsjahr belasten. Eine unmittelbare Beeinträchtigung des operativen Flugbetriebs blieb durch die staatlichen Überbrückungsmaßnahmen zwar aus, doch die Sensibilität gegenüber Störungen in den Zubringerketten bleibt im Umfeld volatiler Fracht- und Treibstoffrouten spürbar.

Barclays senkt Kursziel

An der Börse spiegelte sich die Zurückhaltung bereits im Vorfeld wider. Am 6. Oktober reduzierte das Analysehaus Barclays sein Kursziel für die Aktie des Flughafenbetreibers von 215 CHF auf 200 CHF und behielt die Einstufung mit „Equal Weight“ bei.

Am Freitag ging das Papier bei 207,80 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel 3,9 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 200,00 Euro, das am 8. Oktober markiert worden war. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beläuft sich auf minus 6,4 Prozent. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Passagiernachfrage die gesunkene Auslastung pro Verbindung in der beginnenden Wintersaison wieder ausgleichen kann.