Der französische Autozulieferer FORVIA, Mutterkonzern des deutschen Lichtspezialisten Hella, hat heute seine Zahlen für 2025 vorgelegt – und die haben es in sich. Unter dem Strich steht ein Verlust von 2,1 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür sind vor allem massive Sonderkosten für den laufenden Konzernumbau. Doch Konzernchef Martin Fischer präsentierte gleichzeitig eine neue Strategie namens „IGNITE“, die das Ruder herumreißen soll.
Die Aktie reagierte heute Morgen mit einem Plus von 6,5 Prozent auf 13,55 Euro. Allerdings konnte sie damit die herben Verluste vom Vortag, als es fast acht Prozent nach unten ging, nur teilweise wettmachen. Vor zwei Wochen stand der Kurs noch bei über 15 Euro.
Umbau kostet 1,8 Milliarden Euro
Die roten Zahlen überraschen nicht wirklich – FORVIA steckt mitten in einem radikalen Konzernumbau. Gut 1,8 Milliarden Euro setzte das Unternehmen an Sonderkosten an. Davon entfielen rund 920 Millionen Euro auf Abschreibungen im Licht- und Elektronikbereich. Das Lichtgeschäft kämpft mit Schwierigkeiten im operativen Geschäft, was sich im schwachen Umsatzausblick widerspiegelt.
Der Gesamtumsatz schrumpfte 2025 um drei Prozent auf 26,2 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr plant das Management – nach geplanten Verkäufen – nur noch 20 bis 21 Milliarden Euro. Die operative Marge stieg zwar um 0,4 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent, bleibt damit aber noch weit von den Zielen entfernt.
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Neue Strategie: Wachstum und Wert getrennt
Heute stellte Fischer auf dem Kapitalmarkttag die neue Strategie vor. Kernstück ist eine Aufteilung des Portfolios in zwei Cluster: „Growth“ und „Value“. Im Wachstums-Cluster sollen Elektronik und Sitze gebündelt werden – Bereiche, in denen FORVIA echte Wettbewerbsvorteile sieht.
Die Elektroniksparte, die 2025 einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro erzielte, soll bis 2028 auf 3,8 bis 4,2 Milliarden Euro wachsen. Die operative Marge soll dabei auf mindestens 8,0 Prozent steigen. Danach plant das Unternehmen ein jährliches organisches Wachstum von mindestens zwölf Prozent.
Das Sitzgeschäft, mit 8,2 Milliarden Euro Umsatz der größte Bereich, soll bis 2028 auf 8,7 bis 9,1 Milliarden Euro zulegen. Die Marge soll von 5,5 auf mindestens 6,5 Prozent klettern.
Schuldenabbau durch Verkäufe
Im Value-Cluster landen die Bereiche Clean Mobility, Lifecycle Solutions, Clarion und Lighting. Hier liegt der Fokus klar auf Cashgenerierung und Profitabilitätssteigerung. Die Innenausstattungssparte soll komplett verkauft werden – das soll die Schulden um mindestens eine Milliarde Euro senken.
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Die Verschuldung, gemessen am Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA, lag 2025 bei 1,7. Bis 2028 soll dieser Wert auf 1,2 fallen. Gleichzeitig peilt Fischer für das Gesamtunternehmen eine operative Marge von mindestens 7,0 Prozent an – deutlich mehr als die aktuellen 5,6 Prozent.
Analysten bleiben skeptisch
Bernstein-Analyst Stephen Reitman zeigte sich heute wenig begeistert. Sowohl der Ausblick für 2026 als auch die mittelfristigen Ziele bis 2028 lägen schwächer als erwartet. Die geplante operative Marge von 6,0 bis 6,5 Prozent für 2026 enttäuschte offenbar viele Marktteilnehmer.
Zum Vergleich: Die Konkurrenten Schaeffler und Aumovio haben zuletzt ebenfalls mit dem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen. Der gesamte Zuliefersektor leidet unter schwacher Nachfrage und hohem Kostendruck.
Keine Dividende, aber Zuversicht
Eine Dividende für 2025 wird es nicht geben. Das Unternehmen will sich zunächst auf Schuldenabbau und die operative Verbesserung konzentrieren. Ab 2028 sollen Dividenden und Aktienrückkäufe aber wieder möglich sein – vorausgesetzt, die Kennzahlen entwickeln sich wie geplant.
Fischer selbst zeigte sich zuversichtlich: Die Transformation sei bereits in vollem Gange, die Programme EU-FORWARD und SIMPLIFY würden erste Erfolge zeigen. Mit dem Verkauf der Innenausstattung und der klareren Portfoliostruktur will FORVIA wieder auf einen profitablen Wachstumspfad zurückkehren. Ob das gelingt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.
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