Frankreich schlägt Klaas Knot für die EZB-Spitze vor

Paris favorisiert Klaas Knot für die EZB-Spitze, verlangt im Gegenzug aber Einfluss auf die Nachfolge des Chefvolkswirts.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Frankreich setzt auf Klaas Knot
  • Paris beansprucht wirtschaftspolitischen Schlüsselposten
  • Berlin meldet eigene Interessen an
  • Großes Personalpaket für 2027 zeichnet sich ab

Paris bringt überraschend früh Bewegung in das Ringen um die Führung der Europäischen Zentralbank. Frankreich signalisiert Unterstützung für den Niederländer Klaas Knot als Nachfolger von EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Im Gegenzug fordert die französische Regierung allerdings den strategisch entscheidenden Posten des Chefvolkswirts für einen eigenen Kandidaten.

Der informelle Vorstoß von Präsident Emmanuel Macron zielt darauf ab, die Machtverhältnisse im sechsköpfigen EZB-Direktorium frühzeitig abzustecken. Knot führte die niederländische Notenbank von 2011 bis 2025 und gilt an den Finanzmärkten als verlässlicher Pragmatiker. Zwar neigt er traditionell zu einer strafferen Geldpolitik, zeigte sich bei Kurswechseln bislang jedoch flexibel. Als sein schärfster Rivale gilt der frühere Chef der spanischen Notenbank, Pablo Hernández de Cos. Ein Südeuropäer an der Spitze hätte den Posten des Chefökonomen aber fast zwangsläufig an ein Land aus dem Norden der Währungsunion gebunden.

Machtkampf um den Chefvolkswirt

Mit der Unterstützung für Knot will Frankreich diesen Automatismus durchbrechen und die wirtschaftliche Ausrichtung der Notenbank direkt mitbestimmen. Der Chefvolkswirt bereitet die Zinsbeschlüsse vor und gilt nach der Präsidentschaft als die einflussreichste Position im Direktorium.

Auf der Pariser Auswahlliste stehen renommierte Ökonominnen: Agnès Bénassy-Quéré von der Banque de France, die frühere OECD-Chefökonomin Laurence Boone sowie Hélène Rey von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Eine Ernennung würde die Frauenquote im obersten Führungsgremium sichern. Lagarde und das deutsche Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sind dort bislang die einzigen Frauen.

Konfrontation mit Berlin droht

Der französische Plan birgt erheblichen Zündstoff für die Verhandlungen zwischen den 21 Mitgliedstaaten. In Berlin stößt der Vorstoß auf Skepsis. Die Bundesregierung meldet ebenfalls Ansprüche auf das ökonomische Kernressort an.

Hinter dem Personalpoker steht ein handfester wirtschaftspolitischer Konflikt. Angesichts hoher Staatsschulden wünscht sich Paris eine Geldpolitik mit Rücksicht auf die Staatsfinanzen. Das finanziell solidere Deutschland fürchtet wiederum jede Aufweichung der strikten Preisstabilität.

Beschleunigt wird das Verfahren durch Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang von Lagarde und Schnabel, deren Amtszeiten regulär erst Ende 2027 auslaufen. Da das Mandat des amtierenden Chefökonomen Philip Lane im Mai endet, zeichnet sich ein großes Verhandlungspaket für das kommende Jahr ab.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.