Frankreichs Industriebetriebe halten sich im September über ihrem langjährigen Mittelwert. Während die eigenen Produktionspläne anziehen, schrumpfen zeitgleich die Auftragsbestände. Das verarbeitende Gewerbe behauptet zwar sein Niveau, verliert aber im Neugeschäft an Rückhalt.
Produktion zieht an, Auftragsbücher leeren sich
Das Stimmungsbarometer für das verarbeitende Gewerbe verharrte bei 101 Zählern und verpasste damit die Erwartung von 102 Punkten. Der Indikator liegt damit weiterhin knapp über seinem langfristigen Mittelwert.
Die Betriebe bewerten ihre eigenen Produktionsaussichten wieder zuversichtlicher: Der entsprechende Teilindex kletterte spürbar auf 15 Punkte. Auch die Einschätzung der bisherigen Fertigung hellte sich auf. Der allgemeine Ausblick für den gesamten Sektor verharrt allerdings mit minus 9 Punkten im negativen Bereich.
Indes schrumpfen die Auftragsbestände weiter. Der Indikator für das gesamte Orderbuch fiel von minus 14 auf minus 16 Zähler, während der Auslandsbestand bei minus 12 Punkten stagnierte. Die Bestände an Fertigwaren bauten sich im Gegenzug spürbar auf.
Steigende Preise und schwächelnder Handel
Auf der Kostenseite zeichnet sich neue Bewegung ab. Die Hersteller rechnen in den kommenden Monaten mit anziehenden Verkaufspreisen, vor allem in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Dieser Teilindex stieg von 10 auf 14 Punkte.
Im breiteren Unternehmenssektor hinterlässt die verhaltene Entwicklung bereits Spuren. Das zusammengefasste Geschäftsklima sank im September von 98 auf 96 Zähler. Während Bauwirtschaft und Industrie stabil blieben, verschlechterte sich die Stimmung im Einzelhandel merklich.
Konsumstimmung verharrt auf niedrigem Niveau
Parallel dazu verharren die privaten Haushalte in Zurückhaltung. Das französische Konsumklima verharrte bei 86 Punkten und bestätigte damit das gedrückte Niveau des Vormonats. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem leichten Rückgang auf 85 Zähler gerechnet.
Zwar gingen die Sorgen vor Arbeitslosigkeit leicht zurück, die finanzielle Vorsicht bleibt jedoch groß. Die Sparneigung der Verbraucher schwächte sich ab, während die Erwartungen an künftige Preissteigerungen wieder zulegten. Der entsprechende Index kletterte von minus 13 auf minus 9 Zähler.
Die aktuellen Daten zeichnen eine zweigeteilte Wirtschaft: Frankreichs Industrie produziert verlässlich, zehrt jedoch zunehmend von alten Aufträgen, während der private Konsum keine Impulse liefert. Solange die Inlandsnachfrage lahmt und die Preiserwartungen wieder steigen, bleibt der Spielraum für einen echten Aufschwung im Herbst eng begrenzt.


