Frankreichs Wirtschaft hat einen unerwarteten Dämpfer erlitten. Im dritten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent, nachdem Volkswirte im Vorfeld mit einem leichten Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet hatten. Vor allem ein Rückgang bei den Exporten und schwächelnde Unternehmensinvestitionen zogen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone nach unten.
Außenhandel und Industrie bremsen das Wachstum
Ausschlaggebend war der Außenhandel. Die französischen Ausfuhren sanken im Dreimonatszeitraum um 1,7 Prozent. Hauptverantwortlich dafür war der Export von Transportgütern, angeführt von einer deutlichen Abkühlung in der Luftfahrtindustrie.
Das belastet die Gesamtrechnung spürbar, zumal Unternehmen auch bei ihren Anschaffungen vorsichtiger agieren. Hohe Finanzierungskosten dämpfen die Bereitschaft zu neuen Ausgaben. Parallel dazu sorgte eine Welle sozialer Proteste gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung für zusätzliche Unruhe im Land.
Die Bruttoanlageinvestitionen gaben im dritten Quartal um 0,6 Prozent nach. Damit setzte sich die rückläufige Entwicklung aus dem Frühjahr beschleunigt fort. Vor allem die Bereiche Bau und Transportausrüstung drückten auf das Ausgabeverhalten der Betriebe.
Privater Konsum federt das Ergebnis ab
Einzig die privaten Haushalte verhinderten ein noch schwächeres Quartalsergebnis. Der private Konsum legte um 0,4 Prozent zu. Dahinter standen vor allem Käufe von Elektrofahrzeugen und höhere Ausgaben für Strom.
Gegen Ende des Quartals zeigte dieser Puffer jedoch Risse. Im September sanken die Haushaltsausgaben unerwartet um 0,5 Prozent. Die Kombination aus zögerlichen Unternehmen und einer nachlassenden Konsumlaune verheißt für den Jahresausklang wenig Rückenwind.


