Frequentis hat im ersten Halbjahr 2026 eine deutliche operative Wende vollzogen. Der Spezialist für Kommunikations- und Informationssysteme steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 44,8 Prozent auf 342,9 Millionen Euro.

Besonders deutlich fiel die Erholung beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) aus: Während im Vorjahr noch ein Fehlbetrag von 4,3 Millionen Euro verbucht werden musste, meldete das Unternehmen nun ein positives EBIT von 15,6 Millionen Euro. Diese Entwicklung unterstreicht den Wachstumspfad, den der Vorstand bereits mit der Anhebung der Jahresprognose im Juli signalisiert hatte.

Rekordwerte bei den Auftragseingängen

Die Auftragsbücher des Unternehmens sind so gut gefüllt wie nie zuvor. Erstmals in der Firmengeschichte überschritt der Auftragsbestand die Marke von 800 Millionen Euro und erreichte zum Ende des ersten Halbjahres einen Rekordwert von 835,0 Millionen Euro. Auch der Auftragseingang legte mit einem Plus von 17,0 Prozent deutlich zu.

Ein wesentlicher Treiber für diese Dynamik ist die Modernisierung der Luftfahrtinfrastruktur in den USA. Die Produktion von 15.000 Gateway-Systemen für das Programm der US-Luftfahrtbehörde FAA schreitet laut Unternehmensangaben schneller voran als ursprünglich geplant.

Parallel zum operativen Wachstum stärkt Frequentis seine Marktposition durch gezielte Zukäufe und Kapitalmaßnahmen. Im Juli erhöhte der Konzern seine Beteiligung an der spanischen Nemergent Solutions auf 51 Prozent und übernahm damit die Mehrheit. Zudem vertiefte das Unternehmen die strategische Partnerschaft mit der niederländischen Lyfo.

Um die Aktionäre am Erfolg teilhaben zu lassen, kündigte Frequentis am 17. August einen Aktienrückkauf von bis zu 10.000 Anteilscheinen an, was einem Anteil von rund 0,08 Prozent des Grundkapitals entspricht.

Solide Finanzlage und bestätigter Ausblick

Die finanzielle Basis für die weitere Expansion gilt als solide. Zum Halbjahr wies Frequentis ein Eigenkapital von 202,0 Millionen Euro aus, was einer Eigenkapitalquote von 38,1 Prozent entspricht. Das Nettoguthaben liegt im dreistelligen Millionenbereich.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Management die Ziele eines Umsatzplus von rund 15 Prozent bei einer stabilen einstelligen EBIT-Marge. Auch die Belegschaft wächst mit dem Geschäftsvolumen: Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 13 Prozent auf knapp 2.900 Mitarbeiter an.

An der Börse wurde die Bestätigung der positiven Geschäftsentwicklung zuletzt mit Kursgewinnen quittiert. Am gestrigen Freitag legte die Aktie um 2,6 Prozent zu. Damit erreicht Frequentis eine Marktkapitalisierung von 1,00 Milliarden Euro.

Das Papier notiert aktuell 5,8 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den mittelfristigen Aufwärtstrend untermauert. Die Analysten der BankM AG bewerteten die Lage nach Sichtung des Halbjahresberichts am 13. August neutral und bestätigten ihre Einstufung auf „Halten“ mit einem Kursziel von 76,35 Euro.