Der britische Leitindex rutschte am Mittwochvormittag um 0,58 Prozent auf 10.064,13 Punkte ab. Der massive Ausverkauf bei Rohstoffwerten und Energietiteln dominierte das Geschehen an der Londoner Börse und ließ die Marktstimmung innerhalb weniger Stunden kippen.

Ölgiganten unter Beschuss

Shell und BP brachen um 4 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent ein. Der Auslöser: Eine Vereinbarung zwischen den USA und Venezuela erlaubt künftig Rohölexporte im Wert von bis zu 2 Milliarden Dollar an amerikanische Häfen. US-Präsident Donald Trump stellte zudem Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht, die beim Wiederaufbau der venezolanischen Energieinfrastruktur helfen. Die Botschaft am Markt ist klar – das ohnehin übervolle globale Ölangebot droht weiter anzuschwellen, während die Nachfrage schwächelt.

Minenkonzerne im freien Fall

Noch dramatischer traf es die Bergbautitel. Antofagasta stürzte um 4,6 Prozent ab, Fresnillo verlor 4,3 Prozent. Anglo American Plc gab 2,7 Prozent nach, Endeavour Mining 1,6 Prozent und Rio Tinto knapp 1 Prozent. Nach den jüngsten Kursgewinnen bei Edelmetallen nutzten Investoren die Gelegenheit zu massiven Gewinnmitnahmen. Die Preise für Gold, Silber und andere Metalle gaben spürbar nach.

Banken und Pharma verstärken Abwärtsdruck

Auch der Finanzsektor konnte sich dem negativen Sog nicht entziehen. Natwest Group sackte um 3,6 Prozent ab, Barclays Group rutschte deutlich ins Minus. Standard Chartered und Prudential zeigten ebenfalls Schwäche. Bei den Pharmawerten verloren GSK, Hikma Pharmaceuticals und Burberry Group an Terrain. Intercontinental Hotels Group büßte 3,3 Prozent ein, EasyJet und Diageo folgten mit klaren Abschlägen.

Immobilien stemmen sich gegen den Trend

Gegen die Verluste stemmten sich die Immobilientitel. Barratt Redrow sprang um 3 Prozent nach oben, Persimmon legte 2,75 Prozent zu. Kingfisher kletterte um 2,5 Prozent, Vodafone Group gewann 2,4 Prozent. Auch British Land, LondonMetric Property und Land Securities verzeichneten kräftige Zugewinne. Die zinssensiblen Werte profitierten von Spekulationen auf aggressivere Zinssenkungen – fallende Ölpreise könnten die Inflation in den USA drücken und der US-Notenbank Spielraum für lockerere Geldpolitik verschaffen.

Bausektor weiter im Krisenmodus

Die am Mittwoch veröffentlichten Daten zum britischen Bausektor fielen durchwachsen aus. Der S&P Global UK Construction PMI stieg im Dezember 2025 zwar auf 40,1 Punkte nach 39,4 Punkten im November – beide Werte markieren jedoch eine anhaltende Schrumpfung der Branche. Besonders der Tiefbau brach mit einem Wert von 32,9 Punkten massiv ein. Wohnungsbau und Gewerbebau erreichten mit 33,5 beziehungsweise 42 Punkten die schwächsten Niveaus seit Mai 2020.