Die britische Börse erlebte am Dienstag einen harten Dämpfer. Der FTSE 100 sackte um 0,67 Prozent auf 10.126,78 Punkte ab – die jüngste Rekordrally ist damit weitgehend Geschichte. Verantwortlich für den Kursrutsch: US-Präsident Donald Trump und seine eskalierende Handelspolitik.
Grönland-Streit wird zum Bumerang
Trump kündigte am Wochenende Strafzölle gegen acht europäische NATO-Länder an – darunter auch Großbritannien. Der Grund: Der Grönland-Konflikt mit Dänemark. Die Zölle sollen ab Februar greifen und bis Juni weiter steigen, sofern die USA die dänische Arktisinsel nicht kaufen können. Eine bizarre Eskalation, die europäische Anleger eiskalt erwischte.
Gleichzeitig drohte Trump Frankreich mit 200 Prozent Zöllen auf Wein und Champagne, nachdem Paris seinen „Friedensrat“ für Gaza ablehnte. Die transatlantischen Spannungen erreichen damit ein neues Level – und die Märkte reagieren nervös.
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Versicherer und Immobilien unter Druck
Im FTSE 100 traf es vor allem Versicherungskonzerne und Immobilienwerte. Beazley brach um 3,7 Prozent ein, Mondi stürzte sogar um 4,65 Prozent ab. Auch Pershing Square Holdings, Land Securities Group und St. James’s Place verloren zwischen 2 und 3 Prozent. Die Unsicherheit über künftige Handelsbeziehungen lastet schwer auf zinssensitiven Sektoren.
AstraZeneca rutschte um 2,7 Prozent ab, nachdem der Pharmakonzern seine American Depositary Shares und Schuldtitel von der Nasdaq dekotieren will. Eine technische Maßnahme – aber in nervösen Märkten reicht das für Verkaufsdruck.
Lichtblicke rar gesät
Gegen den Abwärtstrend stemmten sich nur wenige Werte. Informa kletterte um 4,5 Prozent nach oben, Haleon und Endeavour Mining legten 3,27 bzw. 2,73 Prozent zu. Auch Rentokil Initial, Melrose Industries und Rolls-Royce Holdings schlossen im Plus. Doch diese Lichtblicke konnten die allgemeine Schwäche nicht kaschieren.
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Verschnaufpause oder Trendwende?
Analysten sind gespalten. Jörg Scherer von der HSBC spricht von einer „gesunden Verschnaufpause“ nach der vorangegangenen Rally. Beata Manthey von Citigroup sieht das kritischer: Sie strich erstmals seit über einem Jahr ihre Präferenz für europäische Aktien. Der Schatten über den Gewinnerwartungen sei einfach zu groß geworden.
Marina Zavolock von Morgan Stanley zeigt sich dagegen optimistischer: Die Zolleskalation treffe Europa zwar hart, könne aber auch als Katalysator für mehr Eigenständigkeit dienen – mit positivem Effekt auf Rüstungsinvestitionen und Reformagenda.
Fakt bleibt: Die britische Börse steht unter Druck. Solange Trump seine Zoll-Drohkulisse aufrechterhält, dürfte die Nervosität anhalten. Der FTSE 100 hat seine Januargewinne fast vollständig wieder abgegeben – und das könnte erst der Anfang sein.
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