Fugro hat die Suche nach einer dauerhaften Besetzung für das Finanzressort erfolgreich abgeschlossen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, wird Emiel Jongerius mit Wirkung zum 16. November die Position des Chief Financial Officer (CFO) übernehmen. Er wechselt vom Lieferdienst Just Eat Takeaway zum niederländischen Spezialisten für Geo-Daten.

Jongerius tritt damit die Nachfolge von Barbara Geelen an und übernimmt das Amt von Cees den Ouden, der die Position seit dem 9. Juli übergangsweise bekleidet hatte.

Neue Führung für die Wachstumsstrategie

Die personelle Konsolidierung an der Spitze erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Fugro wichtige Weichen für die kommenden Jahre stellt. Neben der Neubesetzung des Finanzvorstands konnte der Konzern zuletzt einen operativen Erfolg im asiatischen Raum verbuchen. Fugro Survey India sicherte sich am 5. August einen Dreijahresvertrag mit der Vantage International Management Company.

Im Rahmen dieser Vereinbarung wird das Unternehmen Unterstützung für Tiefwasserbohrungen des indischen Energiekonzerns ONGC leisten. Der Einsatz ferngesteuerter Unterwasserfahrzeuge (ROV) steht dabei im Mittelpunkt. Dieser Auftrag unterstreicht die anhaltende Bedeutung des Öl- und Gassektors für Fugro, während andere Geschäftsbereiche derzeit mit einem schwierigen Marktumfeld kämpfen.

Stabilität im Ölgeschäft trotz Schwäche bei Windkraft

Diese strategischen Fortschritte fallen in eine Phase, in der das Unternehmen mit sektoralem Gegenwind konfrontiert ist. Fugro musste am 31. Juli die Margenziele für das Gesamtjahr 2026 revidieren. Belastend wirkten sich vor allem die Schwäche im Offshore-Windmarkt sowie Auswirkungen des Nahostkonflikts aus, die das Ergebnis mit rund 15 Millionen Euro drückten.

Trotz dieser operativen Hürden konnte Fugro beim operativen Gewinn zulegen, auch wenn Sondereffekte das Endergebnis in den ersten sechs Monaten des Jahres massiv belasteten.

So kletterte der Umsatz im Berichtszeitraum um 4,3 Prozent und die EBIT-Marge verbesserte sich im Jahresvergleich auf 4,1 Prozent. Dennoch wies der Konzern einen Nettoverlust von 62 Millionen Euro aus, was primär auf hohe Abschreibungen und steuerliche Sondereffekte zurückzuführen ist.

Bilanzielle Sondereffekte belasten Halbjahresergebnis

Besorgniserregend entwickelte sich zuletzt der Auftragsbestand. Der für die kommenden zwölf Monate relevante Backlog schrumpfte um 13,9 Prozent, wobei der Bereich der erneuerbaren Energien sogar einen Einbruch von 47 Prozent hinnehmen musste. Fugro reagierte auf diese Entwicklung bereits mit einer Senkung der Investitionsprognose (Capex) auf rund 150 Millionen Euro für das laufende Jahr.

Gleichzeitig setzt das Management auf technologische Innovationen wie die Plattform „Ground IQ“, die im ersten Halbjahr für 27 Projekte eingesetzt wurde. Zudem beteiligte sich Fugro am 28. Juli als Minderheitsaktionär am Softwareunternehmen DTACT, um die Kompetenzen im Bereich der Datenfusion zu stärken.

An der Börse spiegelt sich die gemischte Nachrichtenlage wider: Die Aktie notiert aktuell bei 8,82 Euro und liegt damit rund 31 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,75 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert jedoch noch ein Kursplus von 4,0 Prozent.