Fujikura hat am Freitag Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt, die den Kurs des japanischen Kabel- und Glasfaserherstellers kräftig nach oben katapultiert haben. Der Umsatz kletterte im Quartal bis Ende Juni auf 402.009 Millionen Yen, nach 267.908 Millionen Yen im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn sprang auf 80.434 Millionen Yen gegenüber 31.318 Millionen Yen ein Jahr zuvor, das unverwässerte Ergebnis je Aktie stieg von 18,92 auf 48,58 Yen. Die Aktie schloss am Freitag mit einem Plus von 10,98 Prozent bei 28,30 Euro, auf Wochensicht steht ein Zugewinn von 16,22 Prozent.
Deutlicher Ergebnissprung als Kurstreiber
Der Kursanstieg vom Freitag ist unmittelbar an die Quartalszahlen gekoppelt, die die Erwartungen an das Unternehmen offenkundig übertroffen haben. Der Gewinn mehr als verdoppelte sich im Jahresvergleich, während der Umsatz um deutlich mehr als die Hälfte zulegte. Für Anleger ist das Signal deutlich: Das operative Geschäft des Konzerns entwickelt sich derzeit erheblich dynamischer als noch vor einem Jahr.
Die kräftige Kursbewegung passt zu einem Aktienpapier, das zuletzt ohnehin stark schwankte. Über den vergangenen Monat gerechnet liegt die Notierung nahezu unverändert, was zeigt, wie sehr einzelne Handelstage das Bild in den vergangenen Wochen geprägt haben. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von gut 96 Prozent verwundert das nicht – Fujikura zählt derzeit zu den schwankungsintensiveren Werten am japanischen Markt.
Prognose bereits im Juni angehoben
Nicht neu, aber weiterhin Basis für den optimistischen Ausblick ist eine Anhebung der Unternehmensprognose, die Fujikura bereits am 18. Juni bekanntgegeben hatte. Für das zum 30. September 2026 endende erste Halbjahr rechnet der Konzern demnach mit einem Nettoumsatz von 821.000 Millionen Yen, einem operativen Gewinn von 198.000 Millionen Yen und einem den Aktionären zurechenbaren Gewinn von 149.000 Millionen Yen, was einem Ergebnis je Aktie von 89,98 Yen entspräche. Für das gesamte Geschäftsjahr bis Ende März 2027 peilt Fujikura einen Umsatz von 1.755.000 Millionen Yen sowie einen operativen Gewinn von 432.000 Millionen Yen an. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn soll bei 326.000 Millionen Yen liegen, das Ergebnis je Aktie bei 196,88 Yen.
Die nun vorgelegten Erstquartalszahlen liefern für diese im Frühsommer angehobenen Ziele einen ersten konkreten Beleg: Das Tempo, mit dem Umsatz und Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bislang zugelegt haben, deckt sich mit einem ambitionierten Jahresausblick, der bereits vor den Quartalszahlen für Aufsehen gesorgt hatte.
Rückzug aus China und weitere Unternehmensnachrichten
Auch strukturell bewegt sich bei Fujikura derzeit einiges. Laut CNBC-Berichterstattung will der Konzern aus einem chinesischen Glasfaser-Gemeinschaftsunternehmen aussteigen und dafür einen Anteil von 60 Prozent verkaufen. Details zu Käufer und Kaufpreis wurden bislang nicht bekannt. Ein solcher Rückzug würde die geografische Ausrichtung des Geschäfts mit Glasfaserprodukten verschieben, zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern insgesamt kräftiges Wachstum zeigt.
Anfang August wurde Fujikura zudem in mehrere Nachhaltigkeitsindizes von FTSE Russell aufgenommen, darunter den FTSE4Good Index Series sowie den FTSE JPX Blossom Japan Index. Solche Indexaufnahmen ziehen mitunter passive Mittelzuflüsse nach sich, dürften für die jüngste Kursbewegung aber eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Ende Juli hatte der Konzern außerdem eigene Aktien aus dem Bestand im Rahmen eines Vergütungsprogramms an Führungskräfte ausgegeben – gut 41.000 Stück zu einem Kurs von 6.436 Yen, verteilt an drei interne Direktoren und fünf Führungskräfte.
Ende Juni hatte das Analysehaus Jefferies eine Kaufempfehlung für Fujikura ausgesprochen. Angesichts des seither vergangenen Zeitraums lässt sich daraus keine aktuelle Einschätzung mehr ableiten, die Einstufung markiert aber, dass die Wachstumsstory bei Fujikura schon vor den jüngsten Quartalszahlen auf dem Radar professioneller Investoren stand.
Mit dem RSI von 56,5 zeigt sich der Wert nach dem jüngsten Kurssprung weder überkauft noch überverkauft – nach der markanten Bewegung der vergangenen Woche dürfte die weitere Kursentwicklung nun stark davon abhängen, ob sich das im ersten Quartal gezeigte Wachstumstempo im laufenden Halbjahr fortsetzt.
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