Der japanische Technologiekonzern Fujikura hat seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr drastisch nach oben korrigiert. Getrieben durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren rechnet das Unternehmen nun mit einem Betriebsgewinn von 432 Milliarden Yen – ein Sprung von 39,4 Prozent gegenüber der bisherigen Schätzung. Die Aktie reagierte am heutigen Mittwoch mit einem deutlichen Plus von 11,0 Prozent auf diese Entwicklung und notiert bei 32,20 Euro.
KI-Nachfrage treibt Geschäftsergebnisse
Der Optimismus des Managements stützt sich auf ein außergewöhnlich starkes erstes Quartal, das am 30. Juni endete. Fujikura meldete für diesen Zeitraum einen Umsatzanstieg um 50,1 Prozent auf 402,01 Milliarden Yen. Besonders deutlich fiel das Wachstum beim Reingewinn aus, der mit 80,43 Milliarden Yen um 156,8 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen des Marktes erheblich.
Hintergrund dieser Dynamik ist die weltweit robuste Nachfrage nach optischen Komponenten. Da Investitionen in die Infrastruktur von Künstlicher Intelligenz (KI) massiv zunehmen, steigt der Bedarf an spezialisierten Verbindungstechnologien für Datenzentren.
Fujikura passte infolgedessen auch seine Prognose für den Netto-Jahresgewinn an, der nun bei 326 Milliarden Yen erwartet wird – eine Steigerung von 42,4 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Ausblick.
Expansionskurs in Australien und Portfoliostraffung
Parallel zu den starken Finanzdaten baut Fujikura seine internationale Marktstellung im Bereich digitaler Infrastruktur weiter aus. Wie heute bekannt wurde, wählte der Infrastrukturentwickler Inligo Networks die Tochtergesellschaft American Fujikura Limited (AFL) als primären Kabellieferanten für das Projekt „Unite Cable System“ aus. Dabei handelt es sich um eine terrestrische Glasfaserverbindung, die Darwin mit den Metropolen im Süden Australiens verknüpfen soll.
Gleichzeitig setzt der Konzern auf eine Straffung seines Portfolios und trennt sich von Altlasten. Am 7. August wurde die Vereinbarung zum Verkauf der gesamten 60-prozentigen Beteiligung am Joint Venture Fujikura Fiber Optics (China) Ltd. an den Partner YOFC öffentlich.
Die Transaktion hat ein Volumen von 500,24 Millionen RMB und soll voraussichtlich Ende September abgeschlossen werden. Dieser Schritt unterstreicht die Strategie, sich stärker auf margenstarke Kernmärkte und KI-relevante Technologien zu konzentrieren.
Dividende und Analystenreaktionen
Anleger profitieren zudem von der soliden Kapitalstruktur. Nach einem am 1. April wirksam gewordenen Aktiensplit im Verhältnis 6 zu 1 plant Fujikura für das laufende Jahr eine Dividende von 19,00 Yen pro Aktie. Zur langfristigen Bindung der Belegschaft beschloss der Vorstand am Freitag zudem die Ausgabe von bis zu 150.000 Belegschaftsaktien an die Mitarbeiter-Beteiligungsgesellschaft, die Ende November zugeteilt werden sollen.
Am Markt stießen die Nachrichten auf breite Zustimmung. Medienberichten zufolge hoben Analysten das Konsens-Kursziel für den Wert bereits am Freitag von zuvor 5.799 Yen auf 6.324 Yen an. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens wird mittlerweile mit 46,70 Milliarden Euro bewertet, was die gestiegene Bedeutung des Konzerns im globalen Zulieferermarkt für Hochgeschwindigkeits-Netzwerke widerspiegelt.
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