Starke KI-Story, schwacher Kurs: Fujikura hat die Erholung vom Wochenanfang nicht gehalten. Am Freitag schloss die Aktie bei ¥4.771 und verlor 4,90 Prozent. Das fällt auf, weil der japanische Gesamtmarkt klar zulegte.
Erholung kippt trotz starkem Markt
Von ¥4.850 am vorherigen Freitag sprang der Kurs am Montag auf ¥5.550. Danach folgten vier Verlusttage. Bis Freitag fiel die Aktie wieder auf ¥4.771 zurück.
Gegenüber Montag summierte sich das Minus damit auf rund 14,0 Prozent. Auf Wochensicht blieb der Rückgang mit etwa 1,6 Prozent kleiner. Die Dynamik war trotzdem eindeutig negativ.
Japans Leitindex stand am Freitag bei 66.385 Punkten. Für den Tag bedeutete das ein Plus von 2,61 Prozent und über fünf Tage 4,83 Prozent. Fujikura lief damit klar gegen den Markt.
KI-Kabel bleiben der Kern der Story
Operativ bleibt die Wachstumsfantasie intakt. Fujikura setzt weiter auf Glasfaser, SWR/WTC-Technik und Infrastruktur für KI-Rechenzentren. Mitte Mai bekräftigte das Unternehmen Investitionen in Japan und den USA von bis zu ¥300 Milliarden.
Der Verwaltungsrat beschloss ein neues Werk am Standort Sakura. Dafür veranschlagt Fujikura rund ¥40 Milliarden, der Betrieb soll im Dezember 2030 starten. Eine US-Tochter soll im Juni 2026 entstehen.
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Für den Kurs war das zu weit weg. Fujikura rechnet nur mit einem geringen Effekt auf das Konzernergebnis im Jahr bis März 2027. Der Markt schaut daher stärker auf Bewertung, Prognose und kurzfristiges Momentum.
Starkes Wachstum, hohe Erwartungen
Das abgelaufene Geschäftsjahr war stark. Die Zahlen zeigen, warum die Aktie überhaupt so eng mit dem KI-Infrastrukturthema verknüpft ist:
- Umsatz: ¥1,1823 Billionen, plus 20,73 Prozent.
- Operatives Ergebnis: ¥188,707 Milliarden, plus 39,25 Prozent.
- Ordentliches Ergebnis: ¥199,481 Milliarden, plus 45,35 Prozent.
- Gewinn der Eigentümer: ¥157,163 Milliarden, plus 72,47 Prozent.
Das Problem liegt weniger in der Vergangenheit. Es liegt in den Erwartungen. Nach dem starken Lauf reicht gutes Wachstum nicht mehr automatisch.
Für das laufende Jahr peilt Fujikura ¥1,2430 Billionen Umsatz und ¥211,0 Milliarden operativen Gewinn an. Beim ordentlichen Ergebnis stehen ¥218,0 Milliarden in Aussicht. Der Gewinn der Eigentümer soll bei ¥156,0 Milliarden liegen.
Auch die Ausschüttung steigt. Die Jahresenddividende soll auf ¥130 je Aktie klettern. Das sind ¥10 mehr als zuvor avisiert. Für das Gesamtjahr ergäben sich vor dem Aktiensplit ¥225 je Aktie.
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Chart sendet Warnsignale
Nach unten liegt die erste wichtige Zone bei ¥4.668. Danach folgen ¥4.558 und ¥4.315. Diese Marken stammen aus den jüngsten Tiefpunkten.
Auf der Oberseite wartet Widerstand bei ¥5.047. Danach kommen ¥5.196 und ¥5.555 in den Blick. Genau dort scheiterte zuletzt die Erholung.
Die kurzfristigen Durchschnittslinien liegen über dem aktuellen Kurs. Die relevanten Marken stehen bei ¥5.177 und ¥5.853. Das bestätigt den Druck im kurzen Zeitfenster.
Längerfristig sieht das Bild weniger schwach aus. Die tieferen Durchschnittslinien verlaufen bei ¥4.418 und ¥3.507. Fujikura notiert also noch über wichtigen Langfristmarken.
Das Momentum bleibt dennoch angeschlagen. Der RSI liegt bei 38,18 Prozent. MACD und mehrere Ichimoku-Signale zeigen ebenfalls nach unten.
Fujikura bleibt damit ein Testfall für den KI-Infrastrukturhandel. Die Langfriststory ist nicht gebrochen. Kurzfristig zählt nun, ob ¥4.668 hält; darunter rücken ¥4.558 und ¥4.315 schnell näher.
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