Vergangene Woche verlor Fujikura innerhalb weniger Stunden 17 Prozent seines Börsenwerts. Am Donnerstag legte die Aktie 4,8 Prozent zu — eine Erholung, die jedoch die eigentliche Spannung nicht auflöst: Zwischen dem, was das Unternehmen langfristig verspricht, und dem, was es kurzfristig liefern kann, klafft eine erhebliche Lücke.
Guidance für 2027: Solide, aber nicht spektakulär
Für das laufende Geschäftsjahr bis März 2027 erwartet Fujikura ein operatives Ergebnis von 211 Milliarden Yen — ein Plus von knapp 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn soll 156 Milliarden Yen erreichen.
Der Kurseinbruch der Vorwoche war eine direkte Reaktion auf den Mittelfristplan „Accelerate X“, der Markterwartungen von rund 460 Milliarden Yen operativem Gewinn deutlich verfehlte. Die neuen Jahreszahlen dämpfen die Enttäuschung etwas, lösen sie aber nicht auf.
Ambitionierte Ziele, langer Zeithorizont
„Accelerate X“ legt die Messlatte für die kommenden Jahre hoch. Fujikura peilt für das Geschäftsjahr 2028 ein operatives Ergebnis von 264 Milliarden Yen an, für 2029 dann 315 Milliarden Yen bei einer Eigenkapitalrendite von 28,5 Prozent. Bis 2036 soll das operative Ergebnis auf 580 Milliarden Yen steigen.
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Das Wachstum soll vor allem das Segment Informations- und Kommunikationstechnik — Glasfaserkabel und Steckverbinder — tragen. Für 2029 prognostiziert Fujikura dort einen Segmentumsatz von 1,05 Billionen Yen, 61 Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2026, bei einem operativen Ergebnis von 285 Milliarden Yen.
Um die Nachfrage aus dem KI-Infrastrukturgeschäft zu bedienen, plant Fujikura Investitionen von bis zu 300 Milliarden Yen in Japan und den USA. Allein in den USA sollen bis zu 260 Milliarden Yen fließen, um die Glasfaserkabelkapazität gegenüber 2022 auf etwa das Vierfache auszubauen. Für das US-Geschäft gründete das Unternehmen bereits eine eigenständige Tochtergesellschaft in Delaware.
Wasserstoff und Kapazität als Risikofaktoren
Neben den Wachstumsplänen räumte Fujikura ein operatives Problem ein: Engpässe bei der Wasserstoffversorgung, die für die Glasfaserproduktion benötigt wird. Konkrete Zahlen nannte das Management nicht, verwies aber auf Pläne für alternative Bezugsquellen und den Ausbau eigener Wasserstoffanlagen — beides soll noch im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossen sein.
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Strukturell bleibt ein weiteres Problem bestehen: Fujikura bezieht 15 bis 20 Prozent seiner Glasfaser dauerhaft von externen Lieferanten. Morgan Stanley hat diesen Punkt explizit als Risiko markiert — die Abhängigkeit könnte die Fähigkeit des Unternehmens begrenzen, die stark wachsende Nachfrage von Telekommunikations- und Rechenzentrumskundschaft vollständig zu bedienen.
Kapitalallokation: Wachstum hat Vorrang
Für die Jahre 2027 bis 2029 plant Fujikura einen operativen Cashflow von 620 Milliarden Yen. Davon sollen 530 Milliarden in strategische Investitionen fließen, 220 Milliarden in Aktionärsrückflüsse. Wachstum hat also klaren Vorrang vor Ausschüttungen.
Parallel dazu werden zwei Treuhandfonds am 4. Juni 2026 rund 386.000 eigene Aktien im Wert von geschätzt 1,8 Milliarden Yen erwerben — vorwiegend zur Vergütung des Senior-Managements, das damit stärker an der langfristigen Kursentwicklung beteiligt wird.
Der volle Effekt der Investitionsprogramme dürfte frühestens ab 2030 sichtbar werden. Bis dahin bleibt die Frage, ob Kapazitätsaufbau und Lieferkettensicherung mit dem Nachfragewachstum Schritt halten können — und genau das werden Investoren in den kommenden Quartalen im Blick behalten.
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