Starke Nachfrage trifft auf knappe Kapazitäten. Bei Fujikura explodieren aktuell die Aufträge der US-Tech-Giganten. Das treibt den Kurs des Glasfaserkabel-Herstellers massiv an. Auf Monatssicht gewann das Papier gut 20 Prozent. Am Freitag ging die Aktie bei 32,99 Euro aus dem Handel.
Gewinnsprung schlägt Erwartungen
Das abgelaufene Geschäftsjahr lieferte bereits Rekorde. Der operative Gewinn kletterte um 39 Prozent auf knapp 189 Milliarden Yen. Kurz vor der Hauptversammlung legte das Management noch einmal nach.
Für das laufende Jahr erwartet Fujikura nun einen operativen Gewinn von 310 Milliarden Yen. Analysten reagierten prompt auf das starke Wachstum. Sie hoben das durchschnittliche Kursziel auf 6.977 Yen an.
Die Experten rechnen bis Ende 2027 mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 26 Prozent. Die Konkurrenz wächst im Schnitt nur um knapp acht Prozent. Fujikura hängt die Branche damit deutlich ab.
Preismacht und Milliarden-Investitionen
CEO Naoki Okada profitiert vom KI-Boom. Fast alle großen US-Rechenzentren bestellen derzeit Glasfaserkabel bei den Japanern. Die Folge: Das Angebot wird knapp. Fujikura nutzt diese Position und setzt bei Premium-Produkten höhere Preise durch.
Um die Nachfrage zu bedienen, baut der Konzern seine Kapazitäten aus. Rund 40 Milliarden Yen fließen in das neue Sakura-Werk. Insgesamt plant Fujikura Investitionen von bis zu 300 Milliarden Yen. Eine neue Tochtergesellschaft in Delaware steuert dabei die US-Strategie.
Zäsur auf der Hauptversammlung
Auf der Hauptversammlung Ende Juni beschlossen die Aktionäre einen historischen Wechsel. Deloitte übernimmt künftig die Wirtschaftsprüfung. Damit endet die Ära von PricewaterhouseCoopers. PwC hatte die Bücher seit 1963 geprüft.
Parallel dazu ändert der Konzern die Vorstandsvergütung. Das Management erhält künftig mehr Aktien. Die Obergrenze liegt bei 500 Millionen Yen pro Jahr. Das bindet die Führungskräfte enger an die Kursentwicklung.
Hohe Schwankungen bleiben
Der rasante Aufstieg bringt extreme Kursschwankungen mit sich. Die annualisierte Volatilität liegt bei enormen 145 Prozent. Damit schwankt die Aktie stärker als 90 Prozent des japanischen Marktes. Der RSI notiert aktuell bei neutralen 54 Punkten.
Im August folgen die Zahlen für das erste Quartal. Dann muss Fujikura beweisen, dass der Auftragseingang das hohe Tempo hält. Ein Nachlassen der US-Investitionen in KI-Rechenzentren würde den gesamten Sektor belasten.
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