Fujikura hat seine Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2026 (bis 31. März 2027) am Freitag zum zweiten Mal in diesem Jahr kräftig nach oben korrigiert. Der Glasfaser- und Kabelhersteller begründet den Schritt mit einer regelrecht explodierenden Nachfrage nach optischen Komponenten für KI-Rechenzentren.

Die Aktie reagierte in den Tagen danach mit einem deutlichen Kurssprung und notiert nun im deutschen Handel bei 29,37 Euro, ein Plus von 0,60 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von sieben Handelstagen summiert sich der Anstieg auf 7,58 Prozent.

Erneute Anhebung übertrifft Konsens deutlich

Fujikura rechnet nun mit einem Nettoumsatz von 1.755,0 Milliarden Yen, nach zuvor 1.462,0 Milliarden Yen. Beim operativen Gewinn hebt das Unternehmen die Erwartung von 310,0 Milliarden auf 432,0 Milliarden Yen an.

Zwischen dem 7. und dem 10. August zog der Aktienkurs im Zuge dieser zweiten Anhebung merklich an, Medienberichten zufolge lag der neu prognostizierte operative Gewinn rund 30,0 Milliarden Yen über dem, was der Markt zuvor erwartet hatte.

Für Anleger ist das ein starkes Signal: Fujikura korrigiert seine Zahlen nicht nur nach oben, sondern übertrifft dabei auch die Erwartungen der Analysten deutlich.

Q1-Zahlen liefern die Basis für den Optimismus

Untermauert wird die neue Prognose durch die bereits vorgelegten Zahlen für das erste Quartal, das am 30. Juni 2026 endete. Der Umsatz kletterte um 50,1 Prozent im Jahresvergleich auf 402,009 Milliarden Yen. Der Nettogewinn stieg auf 80,434 Milliarden Yen nach 31,318 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum, das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 18,92 auf 48,58 Yen.

Diese Wachstumsraten zeigen, dass die Nachfrage nach optischen Komponenten kein einmaliger Effekt ist, sondern sich bereits in den operativen Kennzahlen niederschlägt. Morgan Stanley MUFG Securities reagierte am selben Tag mit einer Anhebung des Kursziels für Fujikura, nachdem sowohl die Quartalszahlen als auch die neue Prognose vorlagen.

Strategischer Umbau: Rückzug aus China, Einstieg in die Fusionstechnologie

Parallel zum operativen Höhenflug baut Fujikura sein Portfolio um. Ende Juli kündigte das Unternehmen an, seine 60-Prozent-Beteiligung an einem Glasfaser-Gemeinschaftsunternehmen in China zu verkaufen und sich damit aus diesem Geschäft zurückzuziehen.

Der Schritt fällt in eine Phase, in der Fujikura seine Kapazitäten offenbar stärker auf margenträchtigere Wachstumsfelder konzentriert. Genau in diese Richtung weist auch eine Rahmenvereinbarung mit UK Industrial Fusion Solutions (UKIFS): Fujikura soll Hochtemperatur-Supraleiter (HTS) liefern und erschließt sich damit ein neues Geschäftsfeld im Bereich der Fusionstechnologie.

Beide Meldungen zusammen zeichnen das Bild eines Unternehmens, das sein Portfolio aktiv neu ausrichtet, während das Kerngeschäft mit optischen Komponenten für Rechenzentren boomt.

Höhere Dividende nach Aktiensplit

Auch für die Anteilseigner hat Fujikura konkrete Zahlen geliefert. Für das Geschäftsjahr bis 31. März 2027 stellt das Unternehmen eine Jahresdividende von 19,00 Yen je Aktie in Aussicht.

Diese Angabe berücksichtigt bereits den zum 1. April 2026 wirksam gewordenen Aktiensplit im Verhältnis sechs zu eins, der die Zahl der ausstehenden Aktien vervielfacht und den Einstiegspreis für Kleinanleger gesenkt hat. Ende Juli schloss das Unternehmen zudem die Zahlungsabwicklung für die Ausgabe eigener Aktien ab, die als Restricted-Stock-Vergütung für das Management dienen.

Markttechnik bestätigt den positiven Trend

Die fundamentale Entwicklung spiegelt sich auch in der Kursbewegung der vergangenen Wochen wider: Über 30 Tage steht ein Plus von 8,32 Prozent zu Buche, die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 46,70 Milliarden Euro.

Ein quantitativer Screener stufte die Aktie bereits Ende Juli technisch als „Strong Buy“ ein, ein Signal, das angesichts der seither veröffentlichten Geschäftszahlen und der zweiten Prognoseanhebung an Substanz gewonnen hat.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob Fujikura das aktuelle Wachstumstempo bei optischen Komponenten für KI-Infrastruktur über mehrere Quartale halten kann – die jüngsten Zahlen liefern dafür zumindest ein starkes Argument.