Der japanische Technologiekonzern Fujikura hat am vergangenen Freitag mit seinen Geschäftszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen des Marktes massiv übertroffen. Getrieben durch den anhaltenden Boom bei KI-Rechenzentren und eine starke Nachfrage nach Glasfaserlösungen in den USA, korrigierte das Unternehmen zudem seine Ziele für das Gesamtjahr deutlich nach oben. Am Aktienmarkt lösten die Nachrichten eine heftige Kaufwelle aus: Das Papier schloss am vergangenen Freitag bei 27,90 € und verzeichnete damit ein Plus von 9,41 %.
Rekordzahlen durch KI-Nachfrage in den USA
Im ersten Quartal des bis März 2027 laufenden Geschäftsjahres, das am 30. Juni endete, konnte Fujikura seinen Nettoumsatz auf 402.009 Millionen Yen steigern, nachdem dieser im Vorjahreszeitraum noch bei 267.908 Millionen Yen gelegen hatte. Besonders beeindruckend fiel die Entwicklung beim operativen Gewinn aus, der Medienberichten zufolge um 155 % auf 104,8 Milliarden Yen kletterte. Damit übertraf das Unternehmen die Konsensschätzung der Analysten, die im Vorfeld bei etwa 73,4 Milliarden Yen gelegen hatte, deutlich.
Haupttreiber dieser Entwicklung ist das Segment der Telekommunikationssysteme. Hier stieg der operative Gewinn im Quartalsvergleich um 188 % auf 98,0 Milliarden Yen. Fujikura profitiert dabei maßgeblich von den massiven Investitionen der US-Hyperscaler in den Ausbau von KI-Infrastrukturen. Ein vorteilhafter Produktmix, Preisanpassungen sowie steigende Absatzzahlen bei optischen Komponenten und Kabeln trugen laut Unternehmensangaben wesentlich zu diesem Ergebnis bei.
Massive Investitionen und strategische Neuausrichtung
Um der weltweit steigenden Nachfrage nach Glasfaserlösungen gerecht zu werden, hat Fujikura ein umfangreiches Investitionsprogramm eingeleitet. Bereits im Juni kündigte das Management an, die Produktionskapazitäten in Japan und den USA auf etwa das Dreifache des aktuellen Niveaus auszuweiten. Das maximale Investitionsvolumen für diesen Ausbau wird mit 300 Milliarden Yen beziffert. Teil dieses Plans ist unter anderem der Bau eines neuen Werks am Standort Sakura, für den rund 40 Milliarden Yen eingeplant sind.
Parallel zum Kapazitätsausbau treibt Fujikura die strategische Bereinigung seines Portfolios voran. Wie das Unternehmen im Juli mitteilte, trennt es sich von sämtlichen Anteilen an einem chinesischen Joint Venture für optische Fasern. Die 60-prozentige Beteiligung an der Fujikura FiberHome Opto-Electronics Material Technology soll an den Partner übertragen werden, da das Gemeinschaftsunternehmen seinen beabsichtigten Zweck erfüllt habe.
Erhöhte Guidance und Index-Aufnahme
Auf Basis der starken Quartalszahlen hob Fujikura die Prognose für das laufende Geschäftsjahr signifikant an. Das Ziel für den operativen Gewinn wurde von zuvor 310 Milliarden Yen auf nun 432 Milliarden Yen heraufgesetzt, was einer Steigerung von 129 % gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Der erwartete Nettogewinn pro Aktie liegt nun bei 196,88 Yen.
Die positive operative Dynamik spiegelt sich auch in der Performance der letzten Tage wider, in denen der Wert um 25,11 % zulegen konnte. Flankiert wurde die Kursentwicklung zuletzt durch die Aufnahme des Unternehmens in renommierte Nachhaltigkeitsindizes wie die FTSE4Good Index Series und den FTSE JPX Blossom Japan Index Anfang August. Zudem hatte Fujikura bereits im April einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 6 durchgeführt, um die Handelbarkeit der Papiere für Privatanleger zu verbessern und die Investorenbasis zu verbreitern.
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