Fujikura trennt sich von seinem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen. Der japanische Kabel- und Glasfaserhersteller verkauft seinen kompletten 60-Prozent-Anteil an der Fujikura FiberHome Opto-Electronics Material Technology Co., Ltd. mit Sitz in Wuhan. Käufer ist der bisherige Partner FiberHome Telecommunication Technologies.
Der Deal ist rund 500 Millionen Renminbi wert, umgerechnet etwa 12 Milliarden Yen. Nach Abschluss der Transaktion zählt die Wuhan-Tochter nicht mehr zum Konsolidierungskreis von Fujikura. Beide Partner begründen den Schritt damit, dass das Joint Venture seinen ursprünglichen Zweck erfüllt habe.
Die Börse reagiert positiv. Die Fujikura-Aktie steigt am Freitag um 2,46 Prozent auf 28,29 Euro, nach einem Schlusskurs von 27,61 Euro am Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier fast 27 Prozent zugelegt, wenngleich die Woche mit einem Minus von 2,87 Prozent startete.
Kapazitäten für den KI-Boom
Der Rückzug aus China passt zu einer klaren Prioritätenverschiebung. Fujikura sieht in der Informationsinfrastruktur seinen wichtigsten Wachstumsmotor. Der Grund: KI-Rechenzentren und der 5G-Ausbau treiben die weltweite Nachfrage nach Glasfasernetzen massiv nach oben.
Besonders in den USA wächst der Bedarf an Glasfaserkabeln für Rechenzentren rasant. Fujikura reagiert darauf mit einem ambitionierten Ausbauplan. Der Konzern will seine Produktionskapazität in Japan und den USA verdreifachen.
Die dafür nötigen Investitionen könnten sich auf bis zu 300 Milliarden Yen summieren, abhängig von der Marktentwicklung. Ein zentraler Baustein ist eine neue Fabrik am Standort Sakura in der japanischen Präfektur Chiba. Dort sollen künftig Glasfasern und Kabel der nächsten Generation vom Band laufen.
Neue Kabeltechnik für Rechenzentren
Parallel zum Kapazitätsausbau treibt Fujikura die Produktentwicklung voran. Für den japanischen Rechenzentrumsmarkt hat der Konzern eine neue Kabelserie mit 4.000 Fasern auf den Markt gebracht. Die Technologie trägt die Namen Spider Web Ribbon und Wrapping Tube Cable.
Der Hintergrund: Generative KI und Cloud-Dienste lassen den Datenverkehr explodieren. Netzbetreiber brauchen Kabel mit deutlich mehr Fasern, die trotzdem in Standard-Leitungsrohre passen. Genau hier setzt Fujikuras Eigenentwicklung an.
Der China-Verkauf und die parallelen Milliardeninvestitionen in Japan und den USA zeigen eine klare Linie. Fujikura verlagert sein Kapital von einem reifen Joint Venture hin zu den Wachstumsmärkten der KI-Infrastruktur. Mit einer Marktkapitalisierung von gut 43 Milliarden Euro und einer annualisierten Volatilität von knapp 129 Prozent bleibt die Aktie dabei ein Papier für Anleger mit starken Nerven.
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